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Adler: Nettogewinn sinkt um 44%


Die Haibacher Adler Modemärkte AG hat 2015 Umsatz und Rohertrag gesteigert und ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erwirtschaftet, das trotz eines Rückgangs von 19,7% mit 33,3 Mill. Euro oberhalb des Zielkorridors liegt, der im Dezember in einer Gewinnwarnung genannt wurde (30 Mill. bis 33 Mill. Euro). Die Erlöse stiegen um 5,8% auf 566,1 Mill. Euro (535,3 Mill. Euro). Das Plus konnte der Filialist allerdings nur aufgrund der Übernahme von zwei Häusern der früheren Hefa Moden (Mömlingen und Lollar) sowie der Fortführung von sieben von neun im Januar 2015 übernommenen Kressner-Filialen schaffen. Der Konzern-Jahresüberschuss sank um 44% auf 7,9 Mill. Euro.
 
Flächenbereinigt stagnierte der Umsatz in etwa (minus 0,3%). Die weitergeführten Kressner-Filialen hat Adler auf das Format Adler Orange umgeflaggt und diese vom üblichen Konzept abweichenden Häuser in der Adler Orange GmbH zusammengefasst. Die Häuser haben aus der Historie ein anderes Sortiment. Im Gegensatz zu den üblichen Adler-Filialen ist der Anteil von Labels im Sortiment deutlich höher.
 
CFO Karsten Odemann begründete das Ertragsminus mit den Kosten der Akquisitionen und der Integration der neuen Märkte in das Filialportfolio sowie deutlich gestiegenen Marketingkosten. Er verwies in diesem Zusammenhang unter anderem auf die kürzlich vorgestellte neue Markting-Kampagne. Nicht zuletzt sei der Rückgang des Ertrags auch dem milden Wetter im 4. Quartal geschuldet, das höhere Abschriften zur Folge hatte.

Die Rohertragsmarge der Haibacher sank im Berichtszeitraum leicht von 54,6% auf 53,9% und erreichte damit einen nach wie vor respektablen Wert. Der Rohertrag stieg um 4,3% auf 304,9 Mill. Euro (292 Mill. Euro). „2015 konnten wir die Expansion von Adler mit der Integration der Adler Orange- und Hefa-Märkte erfolgreich fortsetzen. Die hieraus entstandenen Einmalbelastungen und der ungewöhnlich milde Winter haben zwar das Ergebnis belastet. Dennoch konnten wir ein vor dem Hintergrund des schwierigen Branchenumfelds respektables Ergebnis erzielen, das uns erneut eine hohe Dividendenausschüttung ermöglicht. Unsere strategische Ausrichtung auf die Zielgruppe der über 45-Jährigen birgt weiteres Wachstumspotenzial. Wir sind zuversichtlich, 2016 Umsatz und Ergebnis zu verbessern", erklärt Vorstandsvorsitzender Lothar Schäfer.
 
Die Eigenkapitalquote lag 2015 mit 43,1% annähernd auf dem Niveau des Vorjahres (43,3%), die Liquiditätsreserven betragen trotz der Akquisitionen 52,1 Mill. Euro (69,7 Mill. Euro). Adler hatte zum Bilanzstichtag keine Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.
 
Schäfer erwartet für 2016 keine positiven Impulse für den Textilhandel aus dem allgemein guten Konsumklima und geht von einem Umsatzwachstum von Adler im niedrigen einstelligen Prozentbereich aus. Beim Ebitda erwartet der Vorstand ein Plus im oberen einstelligen Prozentbereich.

17.03.2016Redakteur: Matthias Erlinger
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