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Amazon: Erneute Streiks in Logistikzentren


Same procedure as last year: Die Streiks bei Amazon laufen schon kurz nach Jahresbeginn wieder an. Zu Arbeitsniederlegungen ist es am Donnerstag nach Angaben der Gewerkschaft Verdi an den Standorten Leipzig, Werne und Rheinberg gekommen: „Auch in diesem Jahr werden wir mit vielen unterschiedlichen Aktionen und Streiks für unsere Forderung nach einem fairen und existenzsichernden Tarifvertrag eintreten. Uns wird die Puste nicht ausgehen! Die vielen positiven Rückmeldungen auf unsere Streiks machen Mut!“, erklärt der Verdi-Fachbereichsleiter Jörg Lauenroth-Mago in Leipzig.

Der Druck auf Amazon solle auch 2016 weiter aufrechterhalten werden, kündigt die Gewerkschaft an. Die Forderungen seien diesselben wie 2015: Verdi verlangt die Anwendung des Tarifvertrages für den Einzel- und Versandhandel. „1013 Euro Weihnachtsgeld, 1075 Euro Urlaubsgeld, eine 38 Stundenwoche und sechs Wochen Urlaub sind in der Branche üblich. Das wollen wir auch für die Beschäftigten bei Amazon durchsetzen“, sagt Lauenroth-Mago. 

„Am Ende der heutigen sogenannten Startmeetings wurden die Streikaufrufe verteilt und zahlreiche Beschäftigte haben den Betrieb verlassen“, sagt der Leipziger Streikleiter Thomas Schneider. Auch am Standort Werne begann der Streik laut Verdi mit Beginn der Frühschicht. In Rheinberg sei um 8.30 Uhr aus dem laufenden Betrieb der Streik aufgenommen worden. „Auch wenn der Online-Handelsriese Amazon mit kleinen finanziellen Zugeständnissen versuchte, die Streiks vor Heiligabend zu behindern, haben sich an den beiden NRW-Standorten noch mehr Kolleginnen und Kollegen beteiligt als bisher“, berichtet die Verdi-Landesfachbereichsleiterin Handel NRW, Silke Zimmer.

Amazon will nach wie vor keine Tarifverhandlungen aufnehmen, hat aber in den letzten drei Jahren Löhne und Gehälter immer wieder etwas erhöht, zuletzt im September. Gleichzeitig kritisiert Verdi, dass Amazon kein Urlaubsgeld zahle und ab 2016 nur noch 28 Arbeitstage Urlaub gewähre. Von Amazon gab es bislang keine Stellungnahme zu den Streiks und den Vorwürfen.
07.01.2016Redakteur: Kirsten Reinhold
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