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Amazon plant weitere Verteilzentren


Amazon baut sein Netzwerk an Verteilzentren in Großstadtnähe aus. In Olching bei München betreibt der mit Abstand umsatzstärkste Versandhändler Deutschlands bereits seit Oktober vergangenen Jahres ein etwa 13.500m² großes Verteilzentrum. Dort nehmen etwa 130 Mitarbeiter Pakete aus den Amazon-Logistikzentren an und koordinieren die Zustellung an die Endkunden in München. Dabei arbeitet das Unternehmen mit sechs Expressdienstleistern zusammen, darunter auch die Firma Liefery, an der die Otto Group-Tochter Hermes beteiligt ist. Insgesamt sind etwa 200 Fahrer für die Endkundenzustellung im Auftrag von Amazon im Einsatz.

Nun sucht der E-Commerce-Konzern nach weiteren Standorten. „Wir werden andere Metropolen angehen und in Stadtnähe Verteilzentren aufbauen“, sagte Bernd Schwenger, Director Amazon Logistics, der Deutschen Verkehrszeitung (DVZ). Das ist offenbar nicht so einfach: „Es ist derzeit sehr schwierig, passende Logistikimmobilien im Umland der Großstädte zu finden, vor allem mit der Vorgabe der nächtlichen Anlieferung“.

Amazon Deutschland hatte erst vor wenigen Tagen seine Pläne für ein Logistikzentrum in Hamburg-Mitte auf Eis gelegt. Der Online-Händler wollte in einem Bürokomplex im Stadtteil St. Georg eine 2500m² große Fläche zu Logistikzwecken anmieten. Doch die Anwohner liefen gegen den Plan Sturm, weil der Lieferverkehr durch verkehrsberuhigte Wohnstraßen gelaufen wäre. Daraufhin zog Amazon seinen Antrag auf Nutzungsänderung zurück.

Anders als in zahlreichen Medien berichtet, will Amazon aber hierzulande keinen eigenen Paketdienst aufbauen, betonte ein Amazon-Sprecher auf Anfrage der TextilWirtschaft. Die neuen Verteilzentren dienten vor allem den Services Next Day- und Same Day-Delivery. „Und zwar als Ergänzung, weil die Kunden diese Dienstleistungen immer mehr nachfragen“, heißt es in der Amazon Deutschland-Zentrale in München. In diesem Wachstumsfeld baue Amazon eigene Kapazitäten auf, die „komplementär zu den bestehenden Paketdiensten“ seien. Die Expressdienstleister, mit denen Amazon bereits in München zusammenarbeitet, fahren nach Angaben des Konzernsprechers nicht exklusiv für den Online-Händler.

In Frankreich ist Amazon schon einen Schritt weiter. Im Oktober 2015 übernahm der US-Konzern den französischen Paketdienst Colis Privé komplett. Dieser hat sich auf die sogenannte letzte Meile spezialisiert und liefert nach eigenen Angaben jährlich mehr als 35 Millionen Sendungen aus. Unbestätigten Medienberichten zufolge mischt Amazon auch im britischen Paketdienstmarkt mit, und zwar über eine Beteiligung an dem Anbieter Yodel.
07.01.2016Redakteur: Bert Rösch

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