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Ambiente ist insolvent


Michael Boveleth, geschäftsführender Gesellschafter der Ambiente Fashion GmbH hat am Montag Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht in Mönchengladbach gestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Volker Quinkert von der Kanzlei Hützen und Quinkert bestellt. Der Anbieter hochwertiger DOB war vor allem durch Umsatzeinbrüche im Export in Schieflage geraten. „Allein in Russland haben wir 3 Mill. Euro Umsatz verloren", sagt Boveleth. Dazu kommen Warenüberhänge im Wert von 1 Mill. Euro. Auch in Spanien und Dubai musste Ambiente starke Erlösrückgänge hinnehmen.

In Folge der schlechten Unternehmensentwicklung kürzten laut Boveleth die Banken die Kreditlinie um 1 Mill. Euro. Unter anderem stark gestiegene Zinssätze und Ausgaben für Unternehmensberater hätten die Kosten im Unternehmen um 500.000 Euro jährlich erhöht, berichtet Boveleth weiter. Der Umsatz war im Geschäftsjahr 2008/09 (30.9.) auf 9,5 Mill. Euro gesunken, nachdem im Jahr zuvor noch 16 Mill. Euro erwirtschaftet wurden. Am Standort Mönchengladbach arbeiten 40 Festangestellte sowie 18 Aushilfen.

„Das Tagesgeschäft läuft unverändert weiter. Am 10. Juni wird pünktlich die Preview-Kollektion ausgeliefert, Anfang Juli dann die Herbst/Winter-Kollektion. Auch die weitere Produktion ist finanziell abgesichert", so Boveleth. Die Chancen für die Weiterführung des Unternehmens stünden gut, denn Peter Boveleth habe sein Interesse bekundet, als Investor einzusteigen. Der Bruder von Michael Boveleth hatte ihm im Jahr 2006 seine Unternehmensanteile verkauft und war bei Ambiente Fashion ausgestiegen. Als neue Geschäftsführerin für den kreativen Part kam Sybille Boveleth, Michael Boveleths Ehefrau, ins Unternehmen. Sie schied im Oktober 2009 wieder aus. Seitdem führt Michael Bolveleth das Unternehmen allein.

Ambiente, 1985 gegründet, hat sich im vergangenen Jahr saniert, die Produktion nach Hongkong verlagert und die Kollektion neu aufgestellt. „Der Relaunch hat funktioniert. Für die Herbst/Winter-Kollektion 2010/11 konnten wir 110 neue Kunden gewinnen", berichtet Boveleth. Nicht zufrieden ist er mit den beiden Store-Outlets in Mönchengladbach und Mülheim-Kärlich sowie mit dem 2009 eröffneten Store in Palm Desert in Kalifornien. Wie es mit den Läden weitergeht, sei noch offen. Darüber hinaus gibt es in Deutschland zehn Shop-in-Shops.
01.06.2010Redakteur: Anja Probe
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