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Asics lockert Vertriebsrichtlinien wieder


Asics hat zum 1. Januar 2015 neue Vertriebsrichtlinien eingeführt. Die erste Fassung des selektiven Vertriebssytems, die unter anderem ein Verkaufsverbot über offene Online-Marktplätze wie Ebay oder Amazon beinhaltete, hatte seinerzeit das Bundeskartellamt auf den Plan gerufen. Die Bundesbehörde eröffnete in der Folge ein Verfahren gegen den japanischen Sportartikelhersteller mit Deutschland-Sitz in Neuss.

Nach einer Rüge des Kartellamtes gegenüber Asics, wonach die Wettbewerbshüter eine „Reihe von schwerwiegenden Wettbewerbsbeschränkungen“ befürchteten, lockert Asics die Vertriebsrichtlinen nun wieder. In einer Mitteilung des Unternehmens heißt es: Die Internethandelslandschaft habe sich qualitativ deutlich gesteigert und bietet dem Kunden „zum Teil eine sehr hochwertig visualisierte Einkaufswelt“.

In der Folge lässt Asics Preissuchmaschinen wieder zu. Zudem würden „erweiterte Optionen und Leitlinien hinsichtlich des Verkaufs über Drittplattformen“ gelten, heißt es vage weiter. Auf Nachfrage der TextilWirtschaft teilt Asics mit, derzeit keine Details zu dem neuen Vertriebssystem bekanntgeben zu wollen. Ob ein generelles Verkaufsverbot für Handelsplattformen damit vom Tisch ist, bleibt damit zunächst offen.

Ein Sprecher des Bundeskartellamtes teilt mit, das Verfahren gegen Asics bestehe weiter. „Die Verhandlungen mit ASICS über eine einvernehmliche Verfahrensbeendigung wurden abgebrochen”, erklärte er. „Eine weitere Diskussion über eine kartellrechtskonforme Ausgestaltung der in der Abmahnung vom 28. April 2014 beanstandeten Regelungen ist obsolet geworden, nachdem sich aus Sicht des Bundeskartellamts Anhaltspunkte dafür ergeben haben, dass es im Zuge der Anwendung des geänderten Vertriebssystems für viele Händler wiederum zu Beschränkungen ihres Internetvertriebs kommen könnte. Das Verfahren, in dem das bisherige Vertriebssystem geprüft worden ist, wird daher fortgeführt.“

Die Einführung der neuen Vertriebspolitik soll ungeachtet dessen von Asics nun sukzessive mit Wirkung vom 1. Januar 2015 vollzogen werden. Bis spätestens 1. Dezember 2015 soll das System dann vollständig implementiert werden.

Ein ähnliches Verfahren gegen Adidas war im Sommer des vergangenen Jahres eingestellt worden, nachdem die Herzogenauracher das generelle Verkaufsverbot für Online-Marktplätze aufgehoben hatten.
06.01.2015Redakteur: Annika Müller
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