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Auch Karstadt gegen Plastiktüten


Nach Tchibo, Kik und C&A beteiligt sich jetzt auch Karstadt an den Initiativen zur Vermeidung von Plastiktüten. Ab Mai 2016 will der Konzern in allen Filialen Mehrwegtragetaschen einführen und damit ein branchenweites Zeichen für mehr Nachhaltigkeit setzen und einen Beitrag zur Vermeidung von Müll leisten. Die umweltfreundlichere Alternative zur Plastiktüte, die aus Polyethylen mit 70% Recyclinganteil besteht, soll 1,50 Euro kosten. Für die bislang kostenlosen Einwegtragetaschen aus Plastik, die nicht ganz verbannt werden, soll bereits ab 1. März eine größenabhängige Gebühr von 5, 10, 20 oder 30 Cent erhoben werden.

„Wir haben uns bewusst für die Mehrwegtragetaschen entschieden und machen mit der Einführung einen großen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Natürlich bedeutet das – neben der logistischen Bewältigung dieser Aufgabe – auch ein Umdenken bei Mitarbeitern und Kunden anzustoßen“, erklärt Karstadt-Vertriebs-Chef Thomas Wanke. „Aber wir bei Karstadt schaffen diesen großen Schritt – parallel zu all den positiven Entwicklungen, die wir im Rahmen der Gesundung unseres Unternehmens machen.
 
Damit wollen die Essener auch die vom Handelsverband HDE geplante Initiative zur Reduzierung des Verbrauchs von Plastiktüten unterstützen. Die Zeit drängt. Erst vor wenigen Tagen hatte die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) erneut gefordert, die angekündigte Selbstverpflichtung zur kostenpflichtigen Plastiktüte im Handel nicht endlos zu verschleppen und eine Regelung per Ordnungsrecht angedroht.
 
Nach der EU-Richtlinie soll der Verbrauch an Plastiktüten ab 2019 bei maximal 90 Stück und ab 2025 bei maximal 40 Stück pro Jahr pro Einwohner liegen. Nach HDE-Angaben kommen derzeit in Deutschland jährlich 71 Plastiktüten auf einen Bundesbürger.
 
Der Verband ist der Auffassung, dass eine staatliche Vorschrift, die die Ausgabe von Plastiktüten generell kostenpflichtig macht, unnötig und nicht zielführend sei. Die vom Verband geplante Selbstverpflichtung des Handels zur Reduzierung des Verbrauchs von Plastiktüten sieht vor, dass die Unterzeichner Kunststofftragetaschen nur noch gegen eine Gebühr an ihre Kunden abgeben. Ausgenommen seien sehr dünne Tüten – sogenannte Knotenbeutel – und andere Materialien, also auch die im Modehandel teilweise verwendeten Papiertüten.

26.01.2016Redakteur: Kirsten Reinhold
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