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Bäumler meldet Insolvenz an


Am Mittwochabend hat der Ingolstädter HAKA-Hersteller Bäumler AG Insolvenz beim Amtsgericht Ingolstadt angemeldet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Münchner Rechtsanwalt Dr. Martin Prager bestellt. Am Morgen des gleichen Tages hatte Vorstandschef Sanjiv Singh erklärt, dass der Konzern mit den Marken Bäumler, Féraud, Kaiser Design und Cerruti 1881 in großen finanziellen Schwierigkeiten sei.

Dem Traditionsunternehmen wurde durch die finanzierende angloamerikanische GMAC Bank die laufende Kreditline gesperrt. Sie hat Zugriff auf alle Geldeingänge, denn bereits 2008 musste Bäumler Markenrechte, Forderungen und Vorräte als Sicherheit abtreten. „Das Einfrieren der Kreditlinie trifft uns zum jetzigen Zeitpunkt besonders hart, denn die von uns im Januar erworbene Cerruti 1881-Lizenz sollte bereits ab 2010 das geplante Wachstum bringen", sagt Singh.

Das Unternehmen befinde sich aber seit Monaten in Verhandlungen mit Gesellschaftern, Finanzpartnern und neuen Investoren. Das sei erforderlich geworden, nachdem die Eigner EOS und Credit Suisse International, die 2006 eingestiegen waren, sich nicht mehr zu weiteren Investitionen in der Lage sahen. Und trotz potenzieller Investoren habe es GMAC abgelehnt, Bäumler bis zum Abschluss einer Unternehmensprüfung durch neue Investoren in den nächsten Wochen weiter zu finanzieren. „Bäumler wäre durch die umfangreichen Restrukturierungsmaßnahmen für die Zukunft eigentlich gut aufgestellt. Im Falle einer Insolvenz plant der Vorstand daher die Umsetzung eines Fortführungskonzepts gemeinsam mit einem vorläufigen Insolvenzverwalter", betont Singh.

Aufgrund der Finanzkrise rechnet er für 2008/09 (31.11.) mit einem Umsatzminus von 15%. Im Geschäftsjahr 2007/08 ging der Umsatz durch Aufgabe unrentabler Geschäfte, gesunkener Orders und Währungsverluste um 5,8% auf 79,6 Mill. Euro zurück, der Bilanzverlust reduzierte sich minimal von 5,8 auf 5,7 Mill. Euro. Die Verbindlichkeiten stiegen weiter um 1,8% auf 48,5 Mill. Euro, die Rückstellungen sind um 25,7% auf 4,2 Mill. Euro gesunken.

Bis auf Frankreich, dem zweitgrößten Markt mit plus 7,6% auf 9,4 Mill. Euro, schrumpften die Geschäfte in allen Ländern. So büßte Bäumler in Deutschland 4,5% ein, stellt aber mit 24,2 Mill. Euro immer noch den größten Einzelmarkt. Großbritannien fiel um rund 22% auf 8,8 Mill. Euro zurück, Österreich um 5,4% auf 4,1 Mill. Euro und andere europäische Länder gaben um 2% auf 29,2 Mill. Euro nach. Die stärkste Marke im Portfolio ist nach wie vor Bäumler mit 32,7 Mill. Euro (-3,9%), gefolgt von Féraud mit 19,7 Mill. Euro (-11%).
09.09.2009Redakteur: Renate Platen
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