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Bezahlen im Netz: PayPal holt auf


Mobil bezahlen (Foto: PayPal)
Mobil bezahlen (Foto: PayPal)
Die Bezahlung von Online-Bestellungen per Rechnung verliert an Relevanz. Der aktuellen Payment-Studie des Marktforschungsunternehmens ECC Köln zufolge zahlen vier von zehn Online-Kunden am liebsten per Rechnung. Vor einem Jahr war es noch jeder zweite gewesen. Dennoch bleibt die Rechnung die beliebteste Bezahlart.

Auf Platz zwei folgt PayPal mit fast 31%. Das entspricht einem Plus von mehr als zwei Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Kreditkarte und Lastschrift sind aktuell bei je mehr als 11% der Konsumenten erste Wahl, nach rund 8 bzw. 9% im Vorjahr. Mit großem Abstand folgen die Sofort-Überweisung mit 3,3% (2015: 1,9%) und Amazon Payment (2,9%).

„Bei Online-Shoppern haben sich im Wesentlichen fünf Top-Zahlungsverfahren etabliert. Davon ist die Rechnung eher umständlich. Sie wird vor allem von sicherheitsaffinen Konsumenten gewählt, die nur selten online einkaufen“, erklärt ECC-Leiterin Sabrina Mertens. Ihre Prognose: „Da Konsumenten immer häufiger online shoppen und dabei zunehmend auf Faktoren wie Schnelligkeit und Bequemlichkeit achten, wird die Rechnung in Zukunft weiter an Relevanz verlieren.“

Nicht nur die Online-Shopper, sondern auch die Online-Händler scheinen ihre bevorzugten Zahlungsverfahren gefunden zu haben. Die befragten Händler bieten derzeit durchschnittlich 5,3 Zahlungsverfahren an und damit nahezu ebenso viele wie im Vorjahr. Vorkasse, PayPal, Rechnung, Kreditkarte und Sofort-Überweisung sind am häufigsten im Payment-Mix der Online-Händler zu finden.

Gegenüber der neuen Online-Bezahlmethode der Banken und Sparkasse stellten die Autoren der Studie bei den Konsumenten noch eine gewisse Zurückhaltung fest. Während die Hälfte der befragten Verbraucher das Verfahren mit dem Namen Paydirekt begrüßt, findet es die andere Hälfte überflüssig. Dagegen kann sich der Großteil der Online-Händler vorstellen, Paydirekt in ihre Shops zu integrieren. Vorausgesetzt das Preismodell ist attraktiv.

Eine biometrische Identifikation für die Zahlung finden lediglich 36% der Händler interessant. Die Konsumenten zeigen hingehen eine hohe Bereitschaft, biometrische Verfahren beim Payment zu nutzen. Auch für den stationären Einkauf. Fast 28% können sich grundsätzlich vorstellen, die Methode zu Zahlungszwecken zu nutzen. 36,5% kreuzten „vielleicht“ an. 31% sind strikt dagegen. Auf die größte Akzeptanz trifft die Identifikation per Fingerabdruck mit einer Zustimmungsrate von rund 75%, gefolgt vom Iris-Scan (60%), Handlinien (fast 50%), Sprachauthentifizierung (34,3%), Selfies (18,3%) und Herzschlag (7,4%). 

Für die Studie wurden im Dezember vergangenen Jahres 1877 Konsumenten befragt, davon 883 aus Deutschland, 500 aus Österreich und 494 aus der Schweiz. Darüber hinaus führte das EEC Köln, das zum Institut für Handelsforschung gehört, von November 2015 bis Januar 2016 eine Umfrage unter 394 deutschen Online-Händlern durch.
15.03.2016Redakteur: Bert Rösch
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