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Bread & Butter meldet Insolvenz an


Karl-Heinz Müller
Karl-Heinz Müller
Es war absehbar – weniger traurig macht es das nicht: Der Berliner Bread & Butter GmbH sind die Mittel ausgegangen. Chef Karl-Heinz Müller hat am Dienstag beim Amtsgericht Charlottenburg Insolvenz angemeldet, wie aus öffentlichen Bekanntmachungen hervorgeht. Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde Christian Graf Brockdorff (BBL), Potsdam, bestellt. „Grundsätzlich läuft alles erst einmal so weiter“, so Matthias Döllefeld von der Berliner Kanzlei BBL Bernsau Brockdorff & Partner Rechtsanwälte. Mehr wollte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen. Zur Bread & Butter GmbH gehört auch die Einzelhandelssparte mit den 14 oz-Stores sowie ein Franchise-Store von Closed.

In einer Mitteilung erklärt die Bread & Butter: „Die zuletzt in Turbulenzen geratene Bread & Butter soll mit Hilfe der nunmehr zur Verfügung stehenden rechtlichen Instrumentarien saniert werden.“ Das operative Geschäft der zum Unternehmen gehörenden 14 oz-Stores werde fortgesetzt. Gleiches gelte für den 14 oz-Webshop. Karl-Heinz Müller: "Aufgrund gesetzlicher Verpflichtungen blieb mir keine andere Wahl.“

Das Team arbeite weiterhin an einem alternativen Konzept, Bread & Butter - Back to the Street, das im Januar 2015 trotz der Insolvenz stattfinden soll. Brockdorff: „Mein Team und ich werden diesem Berliner Imageträger die größtmögliche Unterstützung geben, um eine Sanierung und Fortführung der Gesellschaft sicherzustellen. Dies schließt die Durchführung des Events im Januar 2015 ein."

In Gesprächen hatte Müller zuletzt immer wieder die schwierige finanzielle Lage betont. So kommt die Nachricht nicht überraschend. Trotzdem: Der Fall der noch im Sommer gigantischen Veranstaltung war rasant. Dem Bundesanzeiger kann man entnehmen, dass der Umsatz des Unternehmens im Geschäftsjahr 2012/13 (Stichtag 30.10.) noch bei 32,7 Mill. Euro lag, der Rohgewinn bei 16,5 Mill. Euro. 

Das schnelle Aus der Bread&Butter folgt auf ein Hin und Her in den vergangenen Monaten: Im Sommer sollte sie eigentlich für Konsumenten geöffnet werden, den Entschluss hatte Müller dann wieder zurückgezogen. Für diesen Winter kündigte er einen Umzug nach Barcelona an – viele Aussteller wollten den Schritt nicht mitgehen. Müller schwenkte um, wollte doch in Berlin bleiben. Zu spät: Viele hatten sich bereits umorientiert und bei anderen Messen unterzeichnet.

Vor rund zwei Wochen hatte Müller dann erklärt, die Bread&Butter deutlich kleiner in einer Halle veranstalten zu wollen. Letztendlich hatte er die Messe in Tempelhof dann vergangene Woche abgesagt und die Mitteilung mit dem Zitat „Heute ist nicht alle Tage, ich komm wieder, keine Frage“ geschlossen. Und das „Comeback“ kam schnell - zwei Tage später wurde bekannt, dass eine Guerilla-Messe in Berlin-Mitte in Planung ist. Hier geht es mehr um Meet and Greet als um Ware, es soll eine Art Markt werden.

Sicher dabei sein wollen Label wie Campus, Nigel Cabourn oder Drykorn. „Wir werden die Bread & Butter auf jeden Fall unterstützen“, sagt Drykorn-Chef Marco Götz, der die neue Kollektion unterdessen erstmals auf der Premium zeigen wird. Auch bei Mavi ist man an Müllers Seite. Vorstand Serdar Mazmanoglu: "Man muss alles tun, um die Bread & Butter zu halten."
17.12.2014Redakteur: Nina Piatscheck

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