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Brioni vor drastischem Stellenabbau


Brioni steht nach einem herben Produktionsrückgang vor einem großen Personalabbau. Nach Angaben von Arbeitnehmervertretern plant der italienische Herrenschneider bis zu 400 Stellen zu streichen. Das wäre knapp ein Drittel der 1260-köpfigen Belegschaft, die hauptsächlich in der Gegend um Pescara in den Abruzzen angesiedelt ist. Die Gewerkschaften Filctem-Cgil, Femca-Cisl und Uiltec-Uil kündigten für den kommenden Mittwoch eine Protestkundgebung an und riefen zum Streik auf.

„Das ist für unsere Region ein Notstand“, sagte Domenico Ronca, Sprecher der Gewerkschaft Filctem-Cgil. „In den letzten Jahren haben sich viele Firmen aus den Abruzzen zurückgezogen. Sollte Brioni das wahrmachen, dann wäre das für uns der Gnadenstoß.“

Brioni-Vorstandschef Gianluca Fiore habe die Einschnitte am 29. Februar persönlich angekündigt. Er habe das mit dem Produktionsrückgang begründet. Die Produktion seien von 70.000 auf rund 32.000 Anzüge zurückgegangen, sagte Ronca. Ein Brioni-Sprecher wollte die Informationen weder bestätigen noch dementieren. Er verwies auf Anfrage auf eine vorformulierte Mitteilung. Darin heißt es: „Seit Jahren herrscht eine Überkapazität vor. Die Kapazitäten müssen den aktuellen Marktbedingungen angepasst werden. Aus diesem Grund braucht es einen Restrukturierungsplan, der eine erhebliche Reduktion des Personals vorsieht.“ Dennoch würden alle Fabriken in Abruzzen weitergeführt.

Die Edelmarke Brioni, die zu dem französischen Luxuskonzern Kering gehört und den Geheimdienstagenten James Bond ausstattet, hat zu kämpfen. Der Wettbewerb hat sich verschärft, unter anderem wegen Konkurrenten wie Attolini, Canali, Caruso, Ermenegildo Zegna oder Kiton.
07.03.2016Redakteur: Tobias Bayer
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