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Chinesen bleiben in Shopping-Laune


Die chinesische Wirtschaft wächst nicht mehr ganz so schnell wie bisher, doch dem Optimismus der Chinesen kann dies bisher wenig anhaben. Modeanbieter könnten davon profitieren, lautet das Fazit einer aktuellen Studie und der Modemesse Chic Spring in Shanghai, die an diesem Feitag zu Ende ging.

Gut jeder zweite chinesische Konsument (55%) erwartet, dass sein Einkommen in den nächsten fünf Jahren signifikant wachsen wird, geht aus der Studie „The Modernization of the Chinese customer“ hervor, die die Unternehmensberatung McKinsey & Company jetzt vorgelegt hat. Für die Studie wurden 10.000 Konsumenten im Alter von 18 bis 65 Jahren in 44 Städten Chinas zu ihrem Konsumverhalten befragt. Demnach ist der Optimismus über die eigene finanzielle Zukunft im Land der Mitte zwar etwas weniger stark ausgeprägt als noch im Jahr 2012 (57%), allerdings viel größer als in anderen Ländern: Nur 32% der Amerikaner und 30% der Briten seien derzeit „ähnlich optimistisch“.

Gleichzeitig ändert sich das Konsumverhalten: „Immer mehr Chinesen geben ihr Geld für Lifestyle-Produkte wie Spas und Kinos aus und weniger für Basisprodukte“, heißt es in der Studie. Vom Trend könnten auch Modeanbieter, vor allem hochwertige Marken, profitieren: Denn 37% der befragten Chinesen - drei Prozentpunkte mehr als bei einer Befragung im Jahr 2012 – gaben an, dass sie mehr Geld für Mode ausgeben wollen, wenn ihre Einkommen steigen. Außerdem hat der Anteil der Konsumenten, die Premiumprodukte bevorzugen (50%), deutlich zugenommen.

„Chinesische Konsumenten sind weiterhin konsumbereit. Allerdings verändern sich ihre Vorlieben, und sie werden immer wählerischer“, sagt Daniel Zipser, Autor der Studie und McKinsey-Partner in Shanghai. Begehrt seien zunehmend hochpreisige Produkte: „50% der befragten Konsumenten greifen zu Premiumprodukten. Dabei haben es heimische Produkte schwer und werden in vielen Premiumsegmenten nicht akzeptiert wie beispielsweise bei Mode, Gesichtskosmetik und Autos“, so die Untersuchung.

Dass sich das Konsumentenverhalten in China unter dem Einfluss von Internet und Online-Handel sowie durch den zunehmenden Wettbewerb auf dem chinesischen Modemarkt rasch verändert, war auch das beherrschende Thema der Modemesse Chic Spring in Schanghai in den vergangenen Tagen. „Chinesische Konsumenten entwickeln immer mehr ein Bewusstsein für unterschiedliche Genrestufen, sie differenzieren immer stärker und wählen die für sie passenden Angebote gezielt aus“, beschrieb Chen Dapeng, Executive Vice President der China National Garment Association in Peking, die Situation. Gleichzeitig verändere sich die Struktur des Marktes, weil sich die Nachfrage vom preisaggressiven Billigsegment hin zur Marktmitte verschiebe. Teure Luxusmarken aus dem Ausland würden aber zunehmend kritisch gesehen und müssten ihre Preisstrategie in China auf den Prüfstand stellen. Dapeng: „Die Konsumenten hierzulande akzeptieren es immer weniger, dass ein Luxusprodukt aus dem Ausland in China bis zu viermal soviel kostet wie in Europa."

Der Verbandsmanager und Kopf der Messe machte aber auch deutlich, dass der chinesische Modemarkt noch viel Potenzial biete. Zwar seien zweistellige Umsatzzuwächse derzeit nicht zu erwarten. Allerdings sei die chinesische Bekleidungsindustrie im vergangenen Jahr immerhin um knapp 10% gewachsen und von Januar bis Februar dieses Jahren um 8,4%. Auch wenn das Wachstum jetzt langsamer als bisher vonstatten gehe, gelte: „Der Markt schrumpft nicht, wir wachsen weiter. Die Lage ist immer noch gut.“

Die Messe Chic ging an diesem Freitag nach drei Tagen zu Ende. Laut Veranstalter wurden an den beiden ersten Messetagen rund 45.000 bzw. 43.000 Besucher gezählt. Allerdings werden zur Messe nicht nur Einkäufer bzw. Fachbesucher zugelassen. Zur Höhe des Fachbesucher-Anteils machten die Veranstalter keine Angaben. Auf der Chic gab es unter den rund 1300 Ausstellern auch wieder einen Gemeinschaftsstand deutscher Anbieter, der von der Messe Düsseldorf organisiert und von staatlicher Seite gefördert wurde. Hier waren in diesem Jahr rund 20 Unternehmen präsent, die meisten aus dem Accessoires- und Taschen-Bereich.
18.03.2016Redakteur: Bettina Maurer

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