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Cortefiel: IPO-Pläne auf Eis


Das spanische Modeunternehmen Cortefiel (Springfield, Women’s Secret, Pedro del Hierro) verschiebt seinen Börsengang. Die Investmentbank Goldman Sachs, die mit den Vorbereitungen beauftragt war, habe den IPO aufgrund der Marktsituation, der Verkaufszahlen nach einem zu warmen Winter und politischer Unsicherheiten verschoben, berichtet die spanische Tageszeitung El Mundo unter Berufung unternehmensnahe Quellen. 

Cortefiel habe im vergangenen Jahr mit den Vorbereitungen für einen Börsengang begonnen, nachdem die Suche nach einem Käufer nicht zum Erfolg geführt hatte. Goldman Sachs sollte auch andere Optionen für den Verkauf von Anteilen prüfen, die die Investmentgesellschaften CVC Capital Partners, PAI Partners und Permira an Cortefiel halten, hatten spanische Medien im vergangenen September berichtet. Der Marktwert des zweitgrößten spanischen Fashion-Retailers wurde damals auf 1,3 Mrd. Euro geschätzt.

Bevorstehende politische Entscheidungen sollen Cortefiel einen Strich durch die Börsenpläne gemacht haben, heißt es. „Bevor sie auf Cortefiel setzen wollen Investoren wissen, ob die spanische Regierung die Mehrwertsteuer anhebt oder andere Maßnahmen einleitet, die Auswirkungen auf den Konsum haben werden. Diese werden direkte Auswirkungen auf den Cortefiel-Umsatz haben“, werden Stimmen aus dem Finanzsektor zitiert. Sie spielen auch auf einen Schuldenberg von mittlerweile rund 1,4 Mrd. Euro an, den Cortefiel seit Jahren vor sich herschiebt und der seit 2007 mehrere Male umgeschuldet wurde.

Im Geschäftsjahr 2014/15 (28.2.) konnte Cortefiel nach mehreren Jahren mit Verlust die Umsätze um 4,9% auf 1,01 Mrd. Euro steigern. 10,5% Wachstum meldeten die Madrider für das Wäschelabel Women’Secret, das in Spanien einen Marktanteil von 8% erreichte und nach 13 Markteintritten nun in 62 Ländern vertrieben wird. Die Kernmarke Springfield brachte es dank starker Online-Umsätze und dem „sehr guten Zuspruch“ zur DOB-Kollektion auf 8,3% Wachstum. Die Cortefiel-Häuser blieben mit einem Plus von 0,7% stabil.
 
CVC, PAI und Permira, die zu gleichen Teilen an Cortefiel beteiligt sind und zusammen 100% der Anteile halten, hatten den Madrider Handelskonzern im Jahr 2005 für 1,44 Mrd. Euro gekauft und anschließend von der Börse genommen. Zuvor befand sich das Unternehmen mehrheitlich im Besitz der Familie Hinojosa. Verkaufsgerüchte kursieren bereits seit längerem, wurden bisher aber nicht konkret.
23.02.2016Redakteur: Elke Sieper

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