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Esprit: Umbau soll forciert werden


Der neue CEO José Manuel Martínez
Der neue CEO José Manuel Martínez
Ronald van der Vis konnte bei seinem Abschied von Esprit die ersten Früchte des vor einem Jahr eingeleiteten Transformationsplanes übergeben. Der scheidende CEO bescheinigte dem Ratinger Modekonzern einen „guten Fortschritt“ bei der Umsetzung des über vier Jahre laufenden Planes „trotz des herausfordenden Makro-Umfelds“. Das mache es im leichter, das Unternehmen an seinen Nachfolger José Manuel Martínez anzuvertrauen, erklärte er am Mittwoch, als er das Amt offiziell an den Spanier übergab, der zuletzt beim Wettbewerber Inditex (u.a. Zara, Bershka, Massimo Dutti) die Distribution und die Logistikkette verantwortete.

Ein gehobenes Markenimage, attraktiverer Läden und schnellere, verbesserte Kollektionen und die Eliminierung unprofitabler Vertriebskanäle nannte er als erste Ergebnisse. Die Einstellung des verlustreichen Geschäfts in den USA, die Schließung von bisher 64 unwirtschaftlich arbeitenden Läden und Umstellungen im Großhandel ließ zwar den Konzernumsatz um 10,7% auf 30,2 Mrd. Hongkong-Dollar (3 Mrd. Euro) schrumpfen, doch konnte der Nettogewinn im Ende Juni abgelaufenen Geschäftsjahr 2011/12 im Vergleich zum Vorjahr von 79 auf 873 Mill. HKD erhöht werden. Der Transformationsplan soll „schnell und konsequent“ fortgesetzt werden.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen mit einem weiter schwierigen Umfeld angesichts eines „sich verlangsamenden Wirtschaftswachstums in China und der ungelösten Euro-Schuldenkrise“.

„Wir werden starke Anstrengungen unternehmen, um zu gewährleisten, dass die neuen Initiativen noch schneller Ergebnisse bringen“, erklärte Verwaltungsratschef Raymond Or am Mittwoch. Das Unternehmen will im seit Juli laufenden neuen Geschäftsjahr rund 1000 Verkaufspunkte mit einer Fläche von rund 153.000 m² umgestalten. Dabei handle es sich um 900 POS von selbstständigen Handelspartnern und mehr als 90 eigene Läden. Geplant sind außerdem 60 neue eigene Läden, darunter 20 Outlets.

Im abgeschlossenen Geschäftsjahr ging der Umsatz in den eigenen Läden um 6,6% auf 17,8 Mrd. HKD, der im Wholesale um 16,3% auf 12,1 Mrd. HKD zurück. Die Lizenzeinnahmen erhöhten sich um rund 4% auf 243 Mill. HKD. Der Umsatz in Deutschland fiel um 9% auf umgerechnet 1,3 Mrd. Euro und macht damit 43% der Konzernerlöse (Vorjahr: 42%) aus. Esprit rechnet hierzu auch die Umsätze in Osteuropa, einschließlich Russlands, sowie in Griechenland.

Die Umsätze in Europa, dem mit drei Viertel Anteil am Gesamtumsatz nach wie vor größten Markt des in Hongkong börsennotierten Konzerns, sanken um 11,3% auf 2,4 Mrd. Euro.

Der Anteil von China, dem größten Markt des Unternehmens in der Asien-Pazifik-Region, am Gesamtumsatz stieg auf 8,6% (7,9%). Hier liegt u.a. mit eigenen „China for China“-Kollektionen ein Schwerpunkt der Expansionspläne des Unternehmens. Bis 2015 soll die Zahl der POS dort von derzeit 1013 auf 1900 nahezu verdoppelt werden.
26.09.2012Redakteur: Manfred Gerzymisch

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