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Esprit beteiligt Partner an Online-Umsätzen


Jose Martinez
Jose Martinez
Esprit lässt sich den Ausbau seines Omnichannel-Geschäftes einiges kosten: Ab 1. Juli beteiligt das Ratinger Unternehmen seine Franchise-Partner am Umsatz, den Kunden im Onlinestore machen. Voraussetzung: Der Kunde muss zuvor über den Franchise-Partner in Esprits Loyality-Programm „Friends“ angemeldet worden sein. Wie hoch die Umsatzbeteiligung ist, verrät Esprit nicht. Aus dem Markt ist allerdings zu hören, dass es sich um fünf Prozent des Online-Umsatzes handelt. Ohne, dass der Partner zusätzliche Arbeit hat.
 
„Wir sehen unsere Zukunft im Omnichannel-Handel“, sagt Esprit-CEO Jose Martinez im Gespräch mit der TW, „und wir wollen Omnichannel auch für unsere Franchisepartner richtig attraktiv machen“. Wie in vielen anderen Handelsunternehmen gibt es offenbar auch bei Esprit noch immer Barrieren zwischen Stationär- und Onlinehandel. Die sollen mit dem generösen Angebot von fünf Prozent Gutschrift von jeder Onlinebestellung überwunden werden.

Aus den gutgeschriebenen Beträgen will Esprit Kosten für personalisierte Postmailings, Newsletter und Flyer bezahlen, die bisher bei den Franchisepartnern anfallen. Geht das Guthaben darüber hinaus, bekommt der Partner eine Gutschrift. Seit 18 Monaten arbeitet das Unternehmen an seiner Omnichannel-Strategie.

Nach Unternehmensangaben hat Esprit derzeit rund 6,4 Mill. „Friends“. Die Umsätze mit diesen Stammkunden, die sowohl on- als auch offline einkaufen, seien signifikant höher als mit den anderen Konsumenten. Mit Hilfe der Daten der Loyality-Kunden will Esprit das Angebot auch genauer auf die Kunden zuschneiden. Die „Friends“ bekommen zudem bis zu drei Newsletter pro Woche. Insgesamt gibt es jeweils 25 Varianten dieser Kundeninfos, von denen im Idealfall mit Hilfe der Daten die passende für den jeweiligen Kunden ausgewählt wird. So soll die Kauffrequenz weiter erhöht werden.

Den Partnern scheint es zu gefallen, dass das seit zweieinhalb Jahren in der Restrukturierung befindliche Unternehmen mit dem „E-Incentive Programm“ derart ins Risiko geht. „Es ist gut, dass Esprit das Thema Omnichannel vorantreibt. Die Kundin erwartet einfach, dass wir sie auf allen Kanälen abholen“, sagt Franchise-Nehmerin Insa Held, „das ist das beste Angebot, das ich bisher auf dem Markt gesehen habe“. Die Händlerin aus dem hohen Norden erwartet nicht, dass ihr im Laden nennenswert Umsatz verloren geht, wenn sie Kunden anbietet, dort ein Produkt online für sie zu bestellen.
 
Sie will mitmachen – wie so viele andere auch: „Wir haben mit einer Beteiligungsquote von 40 bis 50 % gerechnet. Nach den ersten Präsentationen gehen wir jetzt von 70 bis 80% im ersten Jahr aus“, sagt Esprit-Chief Digital Officer Jürgen Michelberger. In wie vielen Jahren sich das Angebot auszahlen wird, will Martinez indes nicht sagen. „Das ist eine Wette. Aber wir glauben, dass wir sie am Ende gewinnen werden“, versichert der CEO.
 
Zuletzt allerdings hatte Esprit eine wichtige Wette an der Börse verloren, als das Unternehmen mit der Gewinnwarnung im Mai die Anleger schockte. Nachdem der Aktienkurs daraufhin deutlich gesunken war, stieg er auffallend wieder an. Börsenexperten vermuten den Grund im Einstieg eines neuen Investors.
03.06.2015Redakteur: Hagen Seidel

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