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Euler Hermes: Textilbranche risikoreich


Das Jahr 2016 wird für Unternehmen in zahlreichen Branchen schwierig – das jedenfalls ergab die Studie „Let the Sector Games begin“ des Kreditversicherers Euler Hermes. Das Unternehmen hat 18 Wirtschaftszweige in 72 Ländern analysiert und untersuchte dabei auch die kurz- und langfristigen Herausforderungen in rund 1300 Einzelbranchen.

Jede vierte Branche bewegt sich demnach 2016 auf risikoanfälligem oder risikoreichem Terrain. „Das bedeutet, sie ist entweder bereits stark gefährdet oder sie weist erhebliche Risiken auf und ist anfällig für wirtschaftliche Turbulenzen", sagt Ludovic Subran, Chefvolkswirt von Euler Hermes. Eine Branche, die der Kreditversicherer als äußerst risikoreich einstuft, ist die Textilbranche. Sie steht hinter der Metallbranche gleich an zweiter Stelle. Die Textilunternehmen leiden nach Meinung der Euler Hermes-Marktforscher vor allem unter den Turbulenzen in den Schwellenländern. Der Kreditversicherer nennt in diesem Zusammenhang unter anderem China, aber auch Russland und Brasilien.

Auch den Einzelhandel stuft Euler Hermes als risikoreich ein. Er kämpfe „beim Wrestling um Margen und Profite“. Seine Problematik ergebe sich unter anderem aus der Herausforderung des digitalen Zeitalters, der „Digital Disruption“, wie Euler Hermes sie nennt. Diese zeichne sich aus durch die „Unterwanderung der Geschäftsmodelle der Unternehmen durch neue Technik“ - also die Entwicklung hin zum Online- bzw. Mobile-Commerce und das damit verbundene neue Kaufverhalten der Kunden.

Eine weitere Herausforderung liege für zahlreiche Branchen in den steigenden Verschuldungsquoten – auch im Einzelhandel. Hinzu kämen unter anderem der steigende Preisdruck, sinkende Zahlungsmoral, Marktschwankungen, denen schnellstmöglich Maßnahmen zur Abfederung entgegensetzt werden müssten, sowie eine Welle von Fusionen und Unternehmensaufkäufe. „Zum Jahresende sind die Risikien noch einmal erheblich angestiegen“, teilt Euler Hermes mit. Das Unternehmen hat 2015 148 Branchen aufgrund der steigenden Risiken in ihrer Bewertung herabgestuft. Dem gegenüber standen gerade einmal 76 Hochstufungen.
16.03.2016Redakteur: Anke Prokasky
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