TW logo

Fairtrade stellt Textilstandard vor


Fairtrade International hat einen neuen Standard für Textilien und Bekleidung aufgelegt. Das Siegel „Fairtrade Textile Production“ soll die gesamte Fertigungskette einbeziehen. Einer der Hauptpunkte sind existenzsichernde Löhne für die Arbeiter in den Textilfabriken. Der Standard gehe über alle bisherigen Zertifizierungen hinaus, heißt es von Fairtrade Deutschland, das dem internationalen Verbund angeschlossen ist. „Durch den neuen Standard und das Programm können Unternehmen nun dazu beitragen, dass Arbeiterinnen und Arbeiter in der gesamten Produktionskette ihre soziale und ökonomische Situation verbessern können“, sagte Martin Hill, Interim CEO von Fairtrade International.

Für die Umsetzung der existenzsichernden Löhne ist ein fester Zeitrahmen vorgegeben. Innerhalb von sechs Jahren muss das Ziel erreicht sein, der jeweilige Mindestlohn in den Fertigungsländern muss von Anfang an gezahlt werden. Gleichzeitig sollen auch die Rechte der Arbeiter gestärkt werden. Die Beratung vor Ort spiele eine wichtige Rolle. „Es ist wichtig, dass die Fabrikbesitzer und Beschäftigten die Inhalte des Standards und die Beweggründe von Fairtrade verstehen, das ist die größte Herausforderungen bei der Umsetzung des Standards und in den Trainings vor Ort“, sagte Siva Parti, Experte für Umwelt, Gesundheit und Arbeitssicherheit bei Sustainable Textile Solutions.

Beratungsdienste werden derzeit in Indien, Bangladesch und Äthiopien aufgebaut. Im weltgrößten Textilproduktionsland China kann der Fairtrade-Standard nicht angewendet werden. Er gilt nur in Ländern, die Versammlungsfreiheit erlauben.

Die ersten Unternehmen können sich ab Juni zertifizieren lassen. Derzeit liefen die ersten Gespräche mit Unternehmen. Über Umsetzung und Einhaltung des Standards wacht die Zertifizierungsorganisation Flocert, die auch die Inhaber der Fairtrade-Siegel kontrolliert. „Unsere Auditoren sind Experten auf ihrem Gebiet. Gemeinsam mit den Beschäftigten und den Fabriken erarbeiten sie Lösungen, um die Situation der Arbeiterinnen und Arbeiter zu verbessern“, so Rüdiger Meyer, Geschäftsführer der Flocert GmbH.


Das Fairtrade-Siegel ist vor allem bei Kaffee, Bananen und Blumen bekannt. Seit 2005 gibt es auch eine Fairtrade-Zertifizierung für Baumwolle. 2014 haben die deutschen Verbraucher nach Hochrechnungen Produkte mit dem Fairtrade-Siegel im Gesamtwert von 827 Mill. Euro gekauft.

Mehr über den Fairtrade-Textilstandard lesen Sie in der aktuellen TextilWirtschaft an diesem Mittwoch ab 18 Uhr auf dem iPad oder ab Donnerstag in der Printausgabe.
22.03.2016Redakteur: Ulrike Wollenschlaeger

ANWR Group: Plus im ersten Halbjahr

Shanghai: Yarn Expo und Cinte Techtextil wachsen

Amazon: Test für weniger Verpackungen

Paketdrohnen: Amazon weitet Testflüge aus

Vivarte: Erdrückende Schuldenlast

Ricosta erhält ETI Base Code

Radiusklausel: Klage abgewiesen

Mare D’Amare schließt auf Vorjahresniveau

Boecker: Sieben Filialen werden übernommen

GDS: Spiegel des Strukturwandels

Maschenindustrie: Im Aufwind

Oberpollinger: „Die Kunden waren panisch“

Indischer Zalando-Klon wechselt Besitzer

Stylebop holt Harvey Nichols-Einkäuferin

Ludwig Beck: Umsatzplus dank Wormland

Luxottica: Prognose wird gesenkt

Charles Vögele schließt Flagship in Zürich

 Drucken