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Fashion Week: Inspirationen in Berlin


Herrliches Winterwetter erwartet die Besucher der Berliner Fashion Week: Der Himmel strahlt blau, der Schnee auf den Bäumen glitzert. In den Läden werden endlich dicke Jacken und Pullis verkauft. So gehen denn auch die Modeanbieter optimistisch in die neue Orderrunde und erwarten laut Gesamtverband Textil+Mode (t+m) sowohl gute Aufträge als auch neue kreative Impulse auf den Berliner Messen. Präsidentin Ingeborg Neumann erklärt: „Viele Teilnehmer aus dem In- und Ausland nutzen in Berlin die Möglichkeiten zu Kontakten und konkreten Geschäftsanbahnungen.“

Die meisten Messen – Panorama, Premium, Seek, Bright, Curvy is sexy, Greenshowroom und Ethical Fashion Show – starten am Dienstag. Bereits an diesem Montag hat die Show & Order im Kraftwerk in Berlin-Mitte ihre Türen geöffnet und somit die Modewoche eingeläutet. Messechefin Verena Malta ist vom gemeinsamen Termin abgewichen, um Ausstellern und Einkäufern mehr Ruhe zum Ordern zu geben und den französischen Labels und Besuchern noch mehr Zeit zugeben, denn am Freitag, 22. Januar, startet die Who’s Next in Paris. Mit dem Auftakt ist Malta sehr zufrieden: „Wir haben einen tollen Messestart in die Saison, wahnsinnig viele Inspirationen und Themen. Es wird viel geordert, die Händler nehmen sich Zeit, die Kollektionen zu sichten und entdecken viele neue Trends.“

In den kommenden Tagen können in der Hauptstadt auf elf Messen und Schauenveranstaltungen rund 2800 Labels gesichtet werden. Laut einer Umfrage des TW-Testclubs, des teilnehmerstärksten Panels im stationären Modehandel in Deutschland, fahren mehr als die Hälfte der befragten Händler (56%) zur Fashion Week, 44% hingegen wollen zu Hause bleiben. Unter den Testclub-Mitgliedern, die in Berlin dabei sein werden, haben sich fast alle (94%) entschlossen, die Panorama zu besuchen, 84% informieren sich auf der Premium, 39% auf der Show & Order. Fast ein Fünftel der Befragten (19%) möchten die Curvy ansteuern, 16% die Seek, 10% werden sich die Schauen am Brandenburger Tor im Rahmen der Mercedes-Benz Fashion Week ansehen. Rund 6% der Unternehmer werden das Angebot auf der Bright sichten, während jeweils 3% erklärt haben, sich beim Green Showroom und der Ethical Fashion Show, bei der Selvedge Run und dem Berliner Modesalon inspirieren zu lassen.

Die Herausforderungen für Multilabel-Handel und Markenanbieter in dieser Orderrunde sind zwar nicht neu, doch der Druck wird größer. Mehr denn je rücken die Vertikalen in den Fokus der Überlegungen. Tempo, Innovation, Reaktionsfähigkeit, Preisgestaltung sind die Schlagworte. Daneben bleiben inspirierende Flächen, die Verknüpfung der Kanäle und eine intelligente Wareneinsteuerung die Hauptthemen der Branche.

Die Industrie blicke vorsichtig optimistisch auf das laufende Jahr, so t+m-Präsidentin Neumann. Durch die hohe Inlandsnachfrage, Tarifsteigerungen über der Teuerungsrate sowie eine geringe Inflation hätten viele Konsumenten real mehr Geld zur Verfügung. Das wirke sich positiv auf die Kauflaune aus. Andererseits bleibe das Russland-Geschäft schwierig, die Beschaffungs-Preise in China steigen weiter. Für viele ist 2015 die Dollar-Absicherung ausgelaufen, dazu kommen weiterhin steigende Lohnkosten und die Ansprüche an nachhaltige Produktion. GermanFashion-Präsident Gerd Oliver Seidensticker ist daher sicher: „Die Preise für Bekleidung werden dieses Jahr steigen.“
18.01.2016Redakteur: Anja Probe

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