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Flächenwachstum geht weiter


Nach einem Rekordjahr auf dem Handelsimmobilienmarkt setzt sich das Flächenwachstum auch 2016 fort. Das erklärte der Handelsverband HDE auf dem Deutschen Handelsimmobilienkongress in Berlin. „Die Zeichen im Einzelhandel stehen trotz Digitalisierung nach wie vor auf Flächenwachstum. Der Handelsimmobilienmarkt in Deutschland wächst weiter. Im vergangenen Jahr konnte ein Rekordniveau bei den Investitionen verzeichnet werden“, stellte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth fest. Demnach stiegen die Investitionen 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 120% auf 13 Mrd. Euro.
 
Gründe dafür seien die stabile Konjunktur und der gute Ruf des deutschen Handelsimmobilienmarktes. Gleichzeitig wachse aber der Modernisierungsdruck auf die Unternehmen vor Ort. In diesem Zusammenhang forderte Genth erneut eine Rechtssicherheit beim Angebot von WLAN-Netzen und einen flächendeckenden WLAN-Empfang. „Die Digitalisierung macht vor dem stationären Handel nicht halt. Die Händler brauchen Breitbandverbindungen. Die Störerhaftung muss abgeschafft und nicht durch Registrierungspflichten für die Kunden ersetzt werden“, so Genth.

Ein längerfristiges Risiko für den Markt stellt nach Einschätzung des HDE die demographische Entwicklung dar. „In einigen Regionen leiden die Händler schon heute unter schrumpfenden Bevölkerungszahlen“, so Genth. Insgesamt werde die Schere zwischen den unterschiedlichen Standortlagen immer weiter auseinandergehen. Top-Lagen verzeichneten einen weiteren Bedeutungszuwachs, während ländliche Regionen perspektivisch eher verlieren würden. Der wachsende Online-Handel bringe viele innenstädtische Händler durch sinkende Kundenfrequenzen unter Druck.
 
Er wiederholte die Prognose, dass - trotz des beobachteten Flächenwachstums - bis 2020 in Deutschland 50.000 stationäre Geschäfte vom Markt verschwinden könnten. Gleichzeitig eröffneten immer mehr Hersteller eigene Geschäfte und ursprünglich reine Online-Händler drängten zunehmend in den stationären Bereich. Der wachsende E-Commerce und der Multichannel-Handel erhöhten zusätzlich den Bedarf an Lager- und Logistikflächen für die Branche. Somit sei das außergewöhnlich hohe Transaktionsvolumen des Jahres 2014 in diesem Immobiliensegment im vergangenen Jahr 2015 noch übertroffen worden.

26.01.2016Redakteur: Kirsten Reinhold
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