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Frankreich: Plastiktütenverbot verschoben


In Frankreich ist das Verbot von Plastiktüten im Handel, das eigentlich schon ab dem 1. Januar gelten sollte, um sechs Monate verschoben worden. Die französische Ministerin für Transport und Ökologie, Ségolène Royal, erklärte den Aufschub damit, dass Hersteller und Händler mehr Zeit für die notwendigen Anpassungen bräuchten.

Zurzeit werden in Frankreich 17 Milliarden Plastiktüten pro Jahr verbraucht, davon 12 Milliarden für Obst und Gemüse. Acht Milliarden davon landen dem französischen Umweltministerium zufolge in der Natur.
Das Verbot von Einweg-Kunststofftüten wurde im August 2015 im Rahmen des Reformgesetzes zur Energiewende eingeführt. Die von der Nationalversammlung verabschiedete Verordnung bezieht sich auf Plastikbeutel aus weniger als 50 Mikrometer dünnem Kunststoff. Sie schreibt vor, dass die Beutel kompostierbar sein und einen biobasierten Gehalt von mindestens 30% - etwa aus Maisstärke oder anderen Naturprodukten - haben müssen.

Alle Handelsformen, nicht nur Supermärkte, sind von der Öko-Verordnung betroffen. Handelsverbände und Gewerkschaften schätzen die Mehrkosten auf 300 Mill. Euro. Laut der Hersteller gefährdet die Verordnung angeblich 3000 Arbeitsplätze in Frankreich. 80% der Tüten werden importiert.

16.02.2016Redakteur: Bea Gottschlich
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