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GDS: Schuhbranche am Scheideweg


Die Situation spitzt sich zu. Für alle Beteiligten, die ihr Geschäft mit Schuhen bestreiten. Das ergeben die Gespräche mit Industrie und Handel auf der Schuhmesse GDS, die am Mittwoch in Düsseldorf gestartet ist. „Wir müssen etwas tun“, richtet Ralph Rieker, Vorsitzender Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie, einen dringenden Appell an Industrie und Handel gleichermaßen.

Immer stärker geht es um intelligente Vernetzung zwischen den Stufen, um schneller auf Trends und Kundenverhalten reagieren zu können. Schließlich liegt ein hartes Jahr hinter der Branche mit einem Umsatzminus im Schuhhandel von etwa 1%. Alleine im November und Dezember waren die Umsätze auf niedriger Vorlage mit -6% bzw. -10% stark rückläufig. Speziell kleinere und mittlere Handelsformate haben noch schlechter abgeschnitten. Auch der Durchschnitts-VK ist leicht rückläufig, was BDSE-Präsidentin Brigitte Wischnewski mit den schwachen Abverkäufen warmgefütterter Schuhe erklärt. Sie zitiert das Kölner Institut für Handelsforschung nicht nur zum steigenden Wettbewerb von Online- und vertikalen Konzepten: „Das Institut prognostiziert für den Bekleidungshandel ein Marktanteilswachstum bei Schuhen von heute rund 8% auf 11% in 2019.“ Um gegenzusteuern, müsse der Handel in Modernität investieren und gemeinsam mit seinen Lieferanten neue Wege gehen.

Auf Lieferantenseite wird die Dringlichkeit bestätigt. So sagt etwa Achim Tischer bei Tamaris, wo man neu mit Vertrauenslimits arbeitet: „Früher wäre nicht ein Händler mitgezogen, heute tut es bereits die Hälfte der Tamaris-Kunden in Deutschland.“ Mit dem Vertrauenslimit legt der jeweilige Handelspartner 50% seines Budgets in die Hände von Tamaris zur Bespielung der Flächen.

Brigitte Wischnewski plädiert bei diesem verschärften Wettbewerbsdruck dafür, dass sich der Einkauf noch intensiver mit den Sortimenten und der Gewichtung von Modetrends befasst. Auf der GDS sind knapp 800 Brands zu sehen, darunter Neuaussteller und Rückkehrer wie Timberland, G-Star, Kickers, Kenneth Cole, Roy Robson, Lottusse und Vero Moda, außerdem rund 100 Aussteller auf der Private Label-Plattform Tag it. Signifikant im Zusammenhang mit der notwendigen Vernetzung außerdem: Das GDS-Branchenevent am Mittwochabend in der Düsseldorfer Altstadt führt erstmals Einkäufer und Hersteller zusammen.

10.02.2016Redakteur: Simone Reiner
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