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Germanfashion: Reklamationsbetrug nimmt zu


Nach Angaben des Branchenverbands Germanfashion gibt es immer mehr Verbraucher, die Bekleidung kaufen, tragen und im Nachhinein umtauschen. Ihre Absicht sei es, aus ihrem gesetzlichen Anspruch auf Gewährleistung oder Rückgabe im Online-Handel ein „betrügerisches Geschäft“ zu machen, so Germanfashion. „Wenn das hochwertige Hochzeitskleid verschwitzt und mit Flecken nach der Trauung zurückgegeben wird mit der dreisten Behauptung, man hätte es nur kurz anprobiert und fordere nun sein Geld zurück, dann ist das lupenreiner Betrug, der zur Anzeige gebracht werden kann“, erklärt Thomas Rasch, Hauptgeschäftsführer von Germanfashion. Die Verbraucher nutzten den „Goodwill“ der Hersteller und Händler aus und verursachten damit erhebliche finanzielle Schäden.

Nach Angaben des Verbandes wird aber nicht nur Bekleidung zurückgeben, die deutliche Gebrauchsspuren aufweist, sondern auch solche, die – mit der Angabe, dass ein Materialfehler vorliege – versehentlich oder sogar mutwillig beschädigt wurde. Einige Kunden versuchten auch, ein altes, gebrauchtes Teil als ein neues auszugeben. „Auf den Kosten für die zu Unrecht zurückgegebenen Teile bleibt der Hersteller sitzen.“

Zu Unrecht zurückgegeben werde aber nicht nur im Online-Handel, wo der Kunde von seinem 14-tägigen Widerrufsrecht Gebrauch machen könne, sondern auch im stationären Handel. Dort gebe es einen klassischen Umtausch zwar nicht, er werde aber von vielen Händlern aus Kulanzgründen trotzdem durchgeführt. „Früher gab es diese Fälle mal hin und wieder. Da haben wir ein Auge zugedrückt. Doch heute nimmt die Zahl der bewussten Betrügereien so zu, dass wir rigoroser vorgehen müssen“, sagt Gerd Oliver Seidensticker, Präsident des Verbandes und geschäftsführender Gesellschafter der gleichnamigen Unternehmensgruppe.

Auch Rasch empfiehlt seinen Mitgliedern, „die besonders dreisten Fälle“ zur Anzeige zu bringen. Schließlich müsse auch vermieden werden, dass es der ehrliche Kunde, der seine Ware zurecht zurückgebe, in Zukunft schwerer habe.
15.03.2016Redakteur: Anke Prokasky
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