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Gerry Weber: Gewinn bricht ein


Die Gerry Weber International AG hat weiter mit einer rückläufigen Geschäftsentwicklung zu kämpfen. Wie das Unternehmen aus Halle/Westfalen am Mittwoch mitteilte, ist das Ergebnis im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2015/16  (31. Januar) kräftig eingebrochen. Der Gewinn sank im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um fast 90% auf 1,2 Mill. Euro. Zwar konnte der Modekonzern den Umsatz um 11% auf 213,7 Mill. Euro steigern – allerdings nur unter Einbeziehung des im vergangenen Jahr zugekauften Filialisten Hallhuber, der 50,5 Mill. Euro zum Quartalsumsatz beitrug. 

Gerry Weber verzeichnete im Wholesale deutlich sinkende Erlöse. Sie gingen um 38% auf 53,6 Mill. Euro zurück. Dies sei unter anderem auf gesunkene Vorordervolumina der Wholesale-Partner und auf eine Verschiebung von Lieferterminen zurückzuführen. Im Retail-Geschäft erzielte das Unternehmen ein Plus von 3,4% auf 109,6 Mill. Euro, allerdings ergab sich auf vergleichbarer Fläche ein Minus von 7,5%. Der Bereich habe sich „unterdurchschnittlich entwickelt“, so das Unternehmen.

Die Ergebnisentwicklung erklärt sich Gerry Weber unter anderem mit außerordentlichen Aufwendungen im Zuge des Sparprogramms „Fit4Growth“, aber auch mit höheren Abschreibungen durch die Neueröffnung eigener Retail-Flächen und Geschäftsübernahmen. „Das erste Quartal 2015/16 hat verdeutlicht, wie zwingend notwendig unser im Februar vorgestelltes Programm zur Neuausrichtung Fit4Growth ist“, sagte Vorstandschef Ralf Weber. Einzelne Maßnahmen seien mit Hochdruck eingeleitet worden.

Das Unternehmen bekennt sich dazu, dass auch „interne Fehlentwicklungen in der Vergangenheit“ den Kernbereich Gerry Weber belasten. Im Februar hatten die Haller bekanntgegeben, den derzeitigen Problemen mit Filialschließungen und Stellenstreichungen begegnen zu wollen. Insgesamt sollen in diesem und im nächsten Geschäftsjahr 103 Läden geschlossen werden und 710 Jobs im In- und Ausland wegfallen. Im ersten Quartal wurden zehn der angekündigten 103 Stores bereits dicht gemacht. Hinzu kamen fünf Schließungen norwegischer Multilabel-Stores. Neu eröffnet hat das Unternehmen vier seiner Houses of Gerry Weber – eines davon in Polen und eines in Schweden. Insgesamt lag die Anzahl der Houses of Gerry Weber und Monolabel-Stores zum 31. Januar 2016 bei 651. Die Zahl der Concessions erhöhte sich von 291 auf 298. Zudem wurde ein neues Outlet eröffnet, sodass deren Zahl auf 35 stieg.

Die Tochtergesellschaft Hallhuber ist nicht vom Programm zur Neuausrichtung betroffen. Folglich plant Gerry Weber für das aktuelle Geschäftsjahr 50 bis 60 Hallhuber-Flächeneröffnungen im In- und Ausland. Zum Ende des Berichtszeitraums waren es insgesamt 277 – davon 119 Stores, 144 Concessions und 14 Outlets.

Für das Geschäftsjahr 2015/16 bestätigte das Unternehmen seine bereits im Februar gegebene Prognose. Die Gerry Weber International AG erwartet einen Umsatz zwischen 890 und 920 Mill. Euro. Dazu soll Hallhuber 180 bis 190 Mill. Euro beitragen. 2014/15 lagen die Umsätze bei 920,8 Mill. Euro. Das Betriebsergebnis (Ebit) werde im aktuellen Geschäftsjahr 10 bis 20 Mill. Euro betragen, Hallhuber solle den größten Teil beisteuern. Belastet werde die Ertragslage durch die Umsetzung des Umstrukturierungsprogramms.
16.03.2016Redakteur: Anke Prokasky

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