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GfK: Konsumstimmung leicht eingetrübt


Die Konsumstimmung der deutschen Verbraucher hat sich etwas eingetrübt – zum ersten Mal seit Jahresbeginn. Im Vergleich zu März verschlechterte sich der Wert des Konsumklima-Index, den die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) regelmäßig veröffentlicht, in der April-Prognose um 0,1 auf 9,4 Zähler. Sowohl bezüglich der Konjunktur- als auch ihrer Einkommenserwartungen sind die Verbraucher pessimistischer geworden. Und aufgrund der rückläufigen Einkommenserwartung ist auch die Anschaffungsneigung gesunken.

Allerdings sei der Wert des Gesamtindex immer noch gut, so die GfK. Die Konsumenten seien nach wie vor „ausgabefreudig“. „Der hohe Beschäftigungsstand sorgt für wenig Angst vor dem Jobverlust, was wiederum zu einer hohen Planungssicherheit bei größeren Anschaffungen führt“, teilen die Nürnberger mit. Hinzu komme, dass das Sparen als Alternative zum Konsum zuletzt aufgrund der Entscheidung der Europäischen Zentralbank, den Leitzins auf 0% zu senken, noch weniger attraktiv sei.

Der Wert für die Konjunkturerwartungen – einer der Indikatoren, aus denen sich der Konsumklimaindex zusammensetzt – ist um fast 3 Zähler gesunken. „Offenbar scheinen weltwirtschaftliche Risiken, und hier in erster Linie die konjunkturellen Abschwächungen in wichtigen Exportländern Deutschlands, wie China und USA, nicht ohne Wirkung auf die Verbraucher zu sein“, erklärt die GfK dazu. Als Folge der gedämpften Konjunkturaussichten, sei auch die Einkommenserwartung gesunken. Allerdings auf hohem Niveau. Dies liege vor allem an der stabilen Arbeitsmarktlage. Die positive Entwicklung in Verbindung mit einer niedrigen Inflationsrate wecke Hoffnungen auf die bevorstehenden Tarifrunden.

Die monatliche Untersuchung der GfK im Auftrag der EU-Kommission basiert auf 2000 Interviews mit Verbrauchern. Die GfK-Konsumklimastudie wird seit 1980 durchgeführt.
24.03.2016Redakteur: Anke Prokasky
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