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Globetrotter streicht 100 Stellen


Globetrotter-Laden in Frankfurt
Globetrotter-Laden in Frankfurt
Der Outdoor-Händler Globetrotter hat 100 Stellen gestrichen. Die meisten Arbeitsplätze fallen in Bereich Logistik am Stammsitz in Hamburg weg, sagte Geschäftsführer Andreas Bartmann dem Hamburger Abendblatt. Weitere Stellenstreichungen schloss er nicht aus.

Für das Ende Februar ablaufende Geschäftsjahr rechnet Bartmann mit einem Rückgang des Bruttoumsatzes um 1% auf 245 Mill. Euro und einem leicht negativen Konzerergebnis. Das Jahr 2012 hatten die Hamburger nur mit einem Umsatzpari abgeschlossen. Dem Unternehmen macht, wie berichtet, vor allem die wachsende, preisaggressive Konkurrenz im Internet das Leben schwer. Online verliert das Unternehmen zweistellig, der Anteil des E-Commerce am Gesamtumsatz ist von zuletzt 40% auf ein Drittel gesunken. Zalando, Amazon, aber auch kleinere Online-Spezialisten wie Bergfreunde locken den Online-Kunden mit massiven Preisrabatten.

Laut Bartmann denkt Globetrotter nun darüber nach, die Produkte online dauerhaft günstiger anzubieten als im Laden. Im Gegenzug will der Händler mit Drive-to-Retail-Services mehr Online-Kunden in die Stores bringen, etwa über Online-Reservierungen für Artikel, die im Laden anprobiert werden können.

Die Zeit hoher Investitionen in Megastores mit Inhouse-See, Kletterwand oder Kältekammer scheint vorbei. In Stuttgart eröffnet im Frühjahr zwar noch ein 6000m² großer Laden, die dann neunte Filiale der Hamburger dürfte allerdings die letzte in dieser Größenordnung sein. Würden weitere Läden eröffnet werden, sollen dies deutlich kleinere Stores mit einer Fläche von rund 1000m² sein, so Bartmann. Vor 2015 sei damit jedoch nicht zu rechnen.

Mit dem Einstieg des schwedischen Outdoor-Unternehmen Fenix bei Globetrotter über eine 20%-Beteiligung hat sich Deutschlands führender Outdoor-Händler nun auch Mittel für eine weitere Expansion, auch auf europäischer Ebene, gesichert.
05.02.2014Redakteur: Annika Müller
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