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Greenpeace nimmt Mammut ins Visier


Als Reaktion auf einen Anfang der Woche veröffentlichten Testbericht haben am vergangenen Samstag Greenpeace-Aktivisten in 34 deutschen Städten gezielte Aktionen gegen den Schweizer Outdoor-Spezialisten Mammut durchgeführt. Die Marke ist ins Visier der Umweltschützer geraten, weil in Tests, die laut Greenpeace in unabhängigen Laboren durchgeführt wurden, sechs Mammut-Produkte PFC enthielten. Darunter soll sich auch Perfluoroktansäure befunden haben, die sich in Tierversuchen als krebserregend erwiesen haben soll.
 
Die Aktivisten nahmen diese Ergebnisse zum Anlass, um in 15 Städten, darunter Hamburg und Berlin, die Schaufenster der Mammut-Läden mit einer Folie zu bekleben. Auf dieser waren wahlweise ein skelettiertes Mammut und die Banderole „mit gefährlicher Chemie“ oder der abgeänderte Werbeslogan „Absolute alpine. Absolute polluter!“ zu sehen. In Sportgeschäften in 19 weiteren Städten wurden Mammut-Artikel mit entsprechenden Ettiketten beklebt, heißt es in einer Greenpeace-Mitteilung.
 
Der Schweizer Outdoor-Anbieter bestätigt die Vorfälle. Von rechtlichen Schritten gegen die Organisation will das Label aber absehen - obwohl Greenpeace auch Testimonials der Marke in einem von ihnen editierten und verunglimpfenden Image-Video abgebildet hat, sagt ein Sprecher und betont: „Für den Endkonsumenten besteht bei diesen High Performance-Produkten kein Gesundheitsrisiko und auch der intensive Gebrauch ist absolut unbedenklich, da Mammut-Produkte alle gesetzlich festgelegten Grenzwerte erfüllen.“ Zudem sei das Unternehmen bereits seit 2011 Mitglied von Bluesign technologies und damit zur Umsetzung des strengsten Chemiestandards in der Textilindustrie verpflichtet.
 
Darüber hinaus herrsche in der Industrie und unter Experten Konsens darüber, dass momentan keine nachhaltigen Alternativen verfügbar seien, die Anforderungen an derart langlebige Produkte erfüllen würden. Diesbezüglich verweist Mammut auf eine akutelle Studie seines Lieferanten Gore Tex. Der Studie zufolge erreichten PFC-freie Alternativen zwar vergleichbare Leistungswerte, sie verfügten jedoch aufgrund vermindertem Schutzes im Vergleich zu PFC-ausgerüsteten Materialien über eine kürzere Lebensdauer und hinterließen somit keinen besseren ökologischen Fußabdruck. Denn dies habe zur Folge, dass der Endverbraucher jene Produkte bei Leistungsverlust übermäßig häufig waschen, reimprägnieren und früher entsorgen müsse.

01.02.2016Redakteur: Sebastian Wolf
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