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Große Größen: Emilia Lay geht offline


Die Münchner Versandhandels-Holding TriStyle Mode stellt den Online-Shop seines Große Größen-Labels Emilia Lay Ende Januar ein. Gleichzeitig wird die gleichnamige GmbH aufgelöst. „Wir sagen Dankeschön & auf Wiedersehen“, heißt es auf der Website Emilialay.de, die ihre Kunden zum „Final Sale“ einlädt. Mit Rabatten von bis zu 75%. 

Emilia Lay wird nun bei der Schwestergesellschaft Peter Hahn eingegliedert, wo sie künftig als Eigenmarke geführt wird, sagte eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage. Somit verfügt Peter Hahn künftig über zwei Übergrößen-Marken, die sich unterschiedlich positionieren: Während Anna Aura vor allem klassische Mode anbietet, richtet sich Emilia Lay den Unternehmensangaben zufolge mit einer Contemporary-Kollektion an „modebewusste Kundinnen mit Liebe zum Detail“. Eine eigene Website für das Label wird es nicht geben. Die nächste Kollektion von Emilia Lay unter dem Dach von Peter Hahn soll im Herbst dieses Jahres herausgebracht werden.

Die auf Best Ager spezialisierte Versendergruppe TriStyle hatte Emilia Lay Ende 2013 aus dem Damenmode-Versender Madeleine herausgelöst und als eigenständige GmbH neu gegründet. Als Geschäftsführer wurden die ehemaligen Otto Group-Manager Friedrike May und Stephan Rönn verpflichtet. Sie sollten zusammen mit einem neu gebildeten Team die Potenziale im stark wachsenden Markt für Übergrößen-Mode heben.

Im November 2014 machte die TriStyle-Spitze dann einen Rückzieher und kündigte an, dass Emilia Lay seine selbstständige Geschäftstätigkeit im ersten Halbjahr 2015 einstellen werde. Als Grund nannten die Münchner „interne strategische Erwägungen“. Immerhin: Für Fans des Große Größen-Labels hätte es auch schlimmer kommen können. Schließlich hatte die Geschäftsführung - neben der nun erfolgten Integration in Peter Hahn - zeitweise auch erwogen, das Label komplett einzustellen.

Die bisherigen Emilia Lay-Chefs bleiben dem Konzern erhalten: Während sich Stephan Rönn auf seine Aufgaben als Strategiechef der Versendergruppe konzentrieren wird, soll Friederike nach Angaben der Sprecherin „eine Funktion innerhalb der TriStyle-Gruppe übernehmen“. Auch ein Teil der 17-köpfigen Belegschaft, der zum 31. März gekündigt wurde, könne voraussichtlich in anderen TriStyle-Unternehmen weiterarbeiten. 

Die aktuellsten Zahlen von Emilia Lay stammen aus dem Geschäftsjahr 2012/13 (30.9.), als der Katalog- und Online-Versender 15 Mill. Euro erwirtschaftete. Die gesamte TriStyle-Gruppe erwirtschaftete im selben Zeitraum 597 Mill. Euro. Die Versendermarke Atelier Goldner Schnitt wurde Mitte Dezember rechtlich und operativ aus der Gruppe herausgelöst und durch die Gründerfamilie Wirth übernommen. Damit umfasst TriStyle nun neben der Holding in München den höherpreisigen DOB-Versender Madeleine, den Markenmode-Versender Peter Hahn und die Gesellschaft TriStyle Asia Ltd, die Einkaufsbüros in Hongkong und Bangkok betreibt.
06.01.2015Redakteur: Bert Rösch
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