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HBC: Eine Milliarde für Galeria Kaufhof


Jerry Storch
Jerry Storch
Bevor die Handwerker anrücken, spricht der Chef: Im März will Galeria Kaufhof sein großes Umbauprogramm starten – jetzt erklärte Jerry Storch, Chef des Eigentümers HBC, was er sich das kosten lassen will: „In den nächsten fünf bis sieben Jahren werden wir eine Milliarde Euro in Kaufhof investieren“.

Die kanadische Hudson’s Bay Company (HBC), die Galeria Kaufhof vor einem halben Jahr für rund 2,8 Mrd. Euro von der Metro übernommen hatte, sei überzeugt, „dass Deutschland ein großartiger Markt ist und dass Kaufhäuser hier eine Zukunft haben“, sagte Storch dem Handelsblatt. Das Umbauprogramm solle zwei bis drei Jahre lang dauern, Etage für Etage umgesetzt werden und die Kunden möglichst wenig stören. Storch kündigte an, „viele neue spannende Marken zu Kaufhof“ zu bringen, aber auch die Eigenmarken zu pushen. Die Kette solle zudem für jüngere Kunden attraktiver werden.

Erstmals tauchten in Medien Zahlen darüber auf, wie viele Off-Price-Filialen seine Kette Saks Off 5th HBC in Deutschland eröffnen will: bis zu 40. Sie sollen auch Designerware anbieten – etwa auf einzelnen Etagen von Kaufhof-Häusern. Einige der Hersteller, die ab Frühjahr 2017 auch für dieses neue Format liefern sollen, sind von der Idee wenig begeistert. Sie befürchten, die eigenen Marken zu kannibalisieren. „Die Leute lieben Schnäppchen“, begründete Storch sein Konzept. „Wir glauben, dass das Geschäft mit Outlets in Deutschland noch ganz am Anfang steht“. 

Düsseldorf soll bei der Neugestaltung der Kaufhof-Häuser eine Vorreiter-Funktion bekommen: Rund 32 Mill. Euro will HBC in die Filiale auf der Königsallee investieren. Hier soll erstmals das neue Sortimentskonzept für Schuhe, Beauty und Accessoires realisiert werden – mit größerer Auswahl, mehr internationalen Marken und zusätzlicher Beratung. Flächen im „Weltstadthaus“ und dem benachbarten, zum Kaufhof gehörenden Carsch-Haus würden neu verteilt. Damit werde sich die Fläche für Damen-Schuhe, Strümpfe und Wäsche auf 1100m² fast verdoppeln. Im Erdgeschoss soll es auf 1800m² Handtaschen und Beauty-Produkte geben. Die Sportartikel-Abteilung soll um 400 auf 1400m² wachsen.

Zu Gerüchten, Galeria Kaufhof habe wegen der vielen Rabatte im Weihnachtsgeschäft 2015 ein schlechtes Ergebnis hingelegt, wollte sich HBC-Chef Storch nicht äußern. Er verwies auf die Vorlage der Bilanz im April. Zuvor hatte er gesagt, HBC sehe Kaufhof „als langfristiges Engagement, wir haben keine Eile, schnelle Gewinne zu erzielen.“
Das Unternehmen betreibt mit 21.500 Mitarbeitern 100 Waren- und 14 Sporthäuser in Deutschland sowie 16 Warenhäuser in Belgien.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar.  
11.03.2016Redakteur: Hagen Seidel
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