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Hermes strafft Logistiknetz


Hanjo Schneider, CEO von Hermes Europe
Hanjo Schneider, CEO von Hermes Europe
Die Otto Group-Tochter Hermes stellt sich neu auf. Das Hamburger Unternehmen investiert bis 2018 rund 300 Mill. Euro in die Modernisierung der logistischen Infrastruktur und legt die Geschäftsführungen der Tochterunternehmen Hermes Logistik Gruppe Deutschland (HLGD) und Hermes Transport Logistik (HTL) zusammen.
 
Die Modernisierungspläne sehen vor, die Kapazitäten in 35 Logistikzentren zu bündeln. Davon entstehen sechs bis zehn Standorte neu. Die entsprechenden Bauarbeiten beginnen 2015. Geplant sind Gebäudekomplexe, deren Lagerflächen jeweils etwa 8000m² groß sind und stündlich 10.000 Sendungen verarbeiten können. 29 bestehende Niederlassungen werden zusammengelegt, in nahgelegene Bestandsbauten integriert oder an andere Standorte verlegt. Momentan umfasst das Netzwerk sechs Hauptumschlag-Center mit jeweils bis zu 300 Mitarbeitern und 57 Regionalniederlassungen, die jeweils zwischen 30 und 40 Mitarbeiter beschäftigen. Ein Stellenabbau sei nicht geplant.
 
Ziel sei es, jährlich über 400 Millionen Sendungen abzuwickeln. Derzeit sind es rund 300 Millionen. „Mit der neuen Infrastruktur stellen wir uns optimal auf die wachsenden Bedürfnisse im Distanzhandel ein“, sagt Hanjo Schneider, CEO von Hermes Europe. „Dabei erzielen wir drei wesentliche Effekte: eine größere regionale Nähe zu den Auftraggebern, kürzere Laufzeiten und spätere Annahmezeitpunkte für Sendungen.“ Darüber hinaus will Schneider verstärkt kleine und mittelständische Distanzhändler als Kunden gewinnen.
 
Darüber hinaus soll die Organisation der Transporttöchter stärker synchronisiert werden. In diesem Sinne werden HLGD und HTL künftig von einer gemeinsamen Geschäftsführung geleitet. Diese besteht aus den CEOs der beiden Einzelgesellschaften: Frank Iden (47) und Frank Rausch (48). Iden verantwortet innerhalb der Doppelspitze weiterhin den Bereich Sales & Marketing Strategy. An ihn berichten die Geschäftsführer Stephan Schiller (Sea & Air), Eckhard Fechtner (International Development) und Thomas Horst, der dem neu geschaffenen Geschäftsbereich Sales vorsteht. Rausch leitet das operative Geschäft und die kaufmännischen Ressorts. Ihm unterstellt sind die Geschäftsführer Dirk Rahn (Operations) und Olaf Schabirosky, der mit Projects & Services ebenfalls ein neu konzipiertes Ressort übernimmt.
 
Schabirosky kommt von der Muttergesellschaft Otto Group, wo der 46-Jährige zuletzt firmenübergreifende Projekte verantwortete. Davor arbeitete der Wirtschaftsingenieur innerhalb der Einkaufssteuerung in leitenden Positionen und war am Aufbau des Predictive Analytics-Dienstleisters Blue Yonder beteiligt. Von 1999 bis 2003 leitete Schabirosky die Geschäfte von Otto Doosan in Südkorea. Thomas Horst leitete zuletzt den Sales-Bereich der Hermes Logistik Gruppe Deutschland. Dabei baute der 51-jährige Manager das Paketgeschäft mit konzernfremden Versendern aus. Weitere Stationen waren UPS, TNT Express und die Spedition Pracht.
 
Hermes gehört zum Services-Segment der Otto Group, das seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2013/14 (28.2.) um fast 15% auf 1,3 Mrd. Euro steigerte. Der operative Gewinn sank infolge millionenschwerer Investitionen in Logistik und IT von 46 auf 34 Mill. Euro.

05.06.2014Redakteur: Bert Rösch
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