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Hugo Boss muss Preisstruktur korrigieren


Die Hugo Boss AG hat am Dienstagabend eine Gewinnwarnung herausgegeben. Der Vorstand erwartet, dass das operative Ergebnis des Konzerns (bereinigtes Ebitda vor Sondereffekten) im Jahr 2016 im niedrigen zweistelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahr zurückgehen wird. Im Geschäftsjahr 2015 war das operative Ergebnis (Ebitda) um 1% auf 594 Mill. Euro gestiegen. Nach Veröffentlichung der Gewinnwarnung stürzte die Aktie des Unternehmens zwischenzeitlich um mehr als 20% ab.

Die Hugo Boss AG begründet die Gewinnwarnung mit dem herausfordernden Marktumfeld vor allem in China und den USA sowie mit fortgesetzten Investitionen in die Wachstumspotenziale des Unternehmens. Der Aus- und Umbau des eigenen Retails sowie die neue Distributions- und Preisstrategie in Deutschland mit der Konzentration auf die Kernmarke Boss gestalten sich offenbar schwieriger als vom Unternehmen erwartet.

Im bisherigen Jahresverlauf habe sich das Einzelhandelsgeschäft insbesondere in China und den USA schwächer als erwartet entwickelt, teilen die Metzinger mit. Der Konzern will daher die bislang höher angesetzte Preisarchitektur in Asien und vor allem in China „umfassender als bislang den Niveaus in Europa und Amerika“ anpassen. Zudem soll die Distribution der Boss-Kernmarke im US-Großhandelsgeschäft limitiert werden, um sich dem „rabattintensiven Marktumfeld“ vor Ort zu entziehen. „Maßnahmen zur Anpassung der Kostenentwicklung werden diese Effekte nur teilweise kompensieren können“, so der Konzern.

Für das laufende Jahr erwartet Hugo Boss, seinen Wachstumskurs fortsetzen und seine Marge verbessern zu können und setzt dabei vor allem auf „solide Zuwächse in der Region Europa“. Allerdings gehe der Konzern nicht mehr davon aus, die bereinigte operative Marge (Ebitda vor Sondereffekten im Verhältnis zum Umsatz) auf 25% steigern zu können.

Details zum Finanzausblick wird die Hugo Boss AG am 10. März veröffentlichen.
24.02.2016Redakteur: Andrea Hackenberg

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