Investoren wollen Hertie wiederbeleben
Jan und Nils Klöker (v.l.) Die Hertie-Insolvenz war eine der größten Pleiten im deutschen Einzelhandel. Im August 2009 schloss das letzte der einst 73 Warenhäuser. Jetzt wollen zwei Unternehmer den Namen wiederauferstehen lassen – als Online-Shop mit Vollsortiment. Die HDK AG in Osnabrück hat dem Hertie-Insolvenzverwalter Biner Bähr von der Kanzlei White & Case die Marke abgekauft. Hinter HDK stehen die Brüder Nils (32) und Jan Klöker (34). Beide sind eigenen Angaben zufolge seit 15 Jahren selbstständig im Online-Handel tätig und führen Shops wie Tepgo.de (Teppiche), Serviette.de (Tischdeko) und Telefon.de (Telekommunikation).
„Wir wollen Hertie als Online-Kaufhaus wiederbeleben“, sagt Oliver Pohlmann, der als Berater für HDK tätig ist. Als Vorbilder nennt er Amazon und Otto. „Hertie – Viel Spaß beim Einkaufen“, soll der neue Slogan heißen. Hertie will die ganze Familie bedienen. Als Besonderheit werde den Kunden eine kostenfreie persönliche Beratung per Telefon angeboten, die z.B. bei Tepgo zu sehr guten Ergebnissen führe. Eine genaue Vorstellung von ihrem Sortiment haben die Unternehmer noch nicht. Es werde daran gearbeitet. Mode soll ein wichtiger Bestandteil werden.
„Die meisten Lieferanten sind froh über jeden neuen Player. Schließlich ist der Online-Markt wesentlich konzentrierter als das stationäre Geschäft“, sagt Pohlmann. Was das Geschäftsmodell betreffe, so seien für die Lieferanten verschiedene Optionen möglich, von Drop-Shipping bis zur Vororder durch Hertie. Der Neustart für Hertie.de soll zwischen Ende 2012 und Mitte 2013 stattfinden.
Die Kosten für die Übernahme der Markenrechte will Pohlmann nicht bekanntgeben. Es habe mehrere Interessenten gegeben, der Preis sei deshalb nicht unerheblich. „Dafür aber wurde eine Marke gesichert, die immer noch 80% der Deutschen kennen.“
Und was sagt er zur allgemeinen Krise der Gemischtwarenanbieter wie Neckermann und Karstadt? Warum sollte ausgerechnet ein vergleichsweise kleiner Player ohne Erfahrung im Modehandel mit Hertie reüssieren? „Die Anderen sind an ihren Altlasten und Wasserköpfen gescheitert. Wir sind ein schlankes Unternehmen mit derzeit 40 Mitarbeitern.“












