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Karstadt will Geld von den Lieferanten


Stephan Fanderl
Stephan Fanderl
Karstadt fordert erneut einen finanziellen Beitrag von Lieferanten: Im Rahmen der „Geschäftsoptimierung“ verlangt das Unternehmen eine sogenannte Logistikvergütung von den Herstellern. So steht es in einem der Briefe, die CEO Stephan Fanderl und CMO Jörg-Peter Schmiddem vor wenigen Tagen an die Geschäftspartner geschickt haben. Das Papier liegt der TextilWirtschaft vor. Bereits Ende 2014 hatte Karstadt per Brief zu Konditionenverbesserungen aufgefordert, damals im Umfang von 3% und mehr. Schon damals hatte es bei der Industrie Unmut auch wegen der Art und Weise des Vorgehens gegeben. Die aktuelle Forderung soll dem Vernehmen nach im Durchschnitt unter diesem Prozentsatz liegen.

Jetzt teilen Fanderl und Schmiddem den Lieferanten mit, dass eine Analyse bei Karstadt ergeben habe, „dass die Entwicklung der Logistikkosten, gemessen am Einkaufsvolumen 2015, die marktüblichen Verhältnisse deutlich übersteigt“. Die Folge: „Trotz Prozessoptimierung und Rationalisierung in den internen Abläufen müssen wir einen Teil dieser Kosten an Sie weiterreichen“, heißt es in dem Brief, der mit „Sehr geehrte Damen und Herren“ überschrieben ist. Bei manchen Lieferanten ist wegen der unpersönlichen Anrede deshalb jetzt vom „Serienbrief aus Essen“ die Rede. Sie wollen den Rabatt nicht gewähren, sondern nachverhandeln.

Karstadt teilte auf Anfrage der TW lediglich mit, aus der internen Logistik-Analyse „resultiert für einige Lieferanten unsere Forderung nach einer individuellen und marktgerechten Anpassung dieser Kosten“.

07.03.2016Redakteur: Hagen Seidel
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