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Katag: Start mit Online-Regalverlängerung


Die technischen Hürden sind genommen, das Recruiting sowohl auf Händler- als auch auf Industrie-Seite ist vorangeschritten: Am 1. Juli will die Katag mit myVeo Order starten, der angekündigten Online-Regalverlängerung für die Katag-Anschluss-Häuser. Mindestens 150 Multilabel-Häuser, kleine Häuser genauso wie bekannte Platzhirsche, und 70 bis 80 Marken sollen beim Roll-out mit an Bord sein – darunter alle gängigen, für die Katag-Anschlusshäuser relevanten Lieferanten wie Ahlers, die Brinkmann-Gruppe, Esprit, Tom Tailor, S. Oliver und Olymp, wie der stellvertretende Katag-Vorstandsvorsitzende Marcus Schönhart berichtet. 

„Heiß und innig“ sei darüber diskutiert worden, ob die Händler über myVeo Order nur jene Artikel nachbestellen können, die sie bereits vorgeordert haben, oder ob sie das komplette Sortiment einer Marke, die sie im Portfolio haben, nachordern können. Dann wären etwa auch Warengruppen verfügbar, die der Händler zuvor nicht geordert hätte. „Unsere Empfehlung ist es, dem Händler und somit dem Endkunden so viel wie möglich an Ware bereit zu stellen“, so Schönhart. Die Entscheidung dazu trifft aber der Hersteller.

Innerhalb von 24 bis spätestens 48 Stunden soll die Nachbestellung ausgeliefert werden. „Das müssen wir hinkriegen, denn wir befinden uns ja in einem Wettbewerb mit dem E-Commerce“, so Schönhart. Ob die Lieferung in den Laden erfolgt oder direkt nach Hause zum Kunden, kann jedes Katag-Haus selbst bestimmen. „Natürlich bringt das Abholen im Laden Frequenz“, sagt Schönhart, „aber die Nach-Hause-Lieferung ist ein sehr gutes Service-Angebot für den Kunden.“

Für die Modehäuser verändert sich bei nachbestellten Artikeln die Marge. Da sich für den Händler das Lagerrisiko zu Lasten der Industrie verringert und sich für die Lieferanten durch das Verschicken der Aufwand erhöht, ändert sich die Margenverteilung, so Schönhart, ohne Details zu nennen. My veoOrder ermögliche den Händlern trotzdem echte Zusatzumsätze und Roherträge. Die Katag rechnet mit einer Retourenquote von unter 5%. „Wenn etwa jemand im Laden ein Sakko toll findet, es aber in der jeweiligen Größe oder Farbe nicht vorhanden ist, wird er wohl kaum retournieren.“ Dem Einkaufsverbund geht es aber maßgeblich darum, den Katag-Partnern und deren Kunden ein neues Service-Angebot anzubieten: „Wir wollen zusammen mit unseren Anschlusshäusern in diesem Bereich Online Fuß fassen“, so Schönhart.

Nachordern kann nicht nur der Händler die Ware, auch der Kunde soll an aufgestellten Stelen oder über Tablets im Laden einen gewünschten Artikel bestellen können – der Schritt zum Online-Shop des Händlers ist dann nicht mehr groß. Zum myVeo-Tool, in das der Bielefelder Einkausfverbund einen siebenstelligen Betrag investiert, gehört auch das Angebot, für die Katag-Anschlusshäuser einen individuellen Online-Shop zu starten. Das soll im ersten Halbjahr 2016 geschehen.

Ebenfalls zum multifunktionalen Tool gehören ein myVeo Mirror ein Spiegel, der Kunden eine 360-Grad-Anprobe ermöglicht, sowie myVeo TV, ein Instore-TV-Programm. Vor allem auf das Instore-TV setzt die Katag große Hoffnung: Neben Imagefilmen von Marken könnten Händler dort auf Events wie verkaufsoffene Sonntage hinweisen, Sendeminuten an andere lokale Betriebe wie Restaurants verkaufen und sich als modernes Haus nach außen präsentieren. Das alles soll finanzierbar sein, so Schönhart. Preise für das Programm und die Nutzung der myVeo Tools nennt er nicht, da dies abhängig von der Größe des Händlers und dessen notwendiger Ausstattung sei.
27.02.2015Redakteur: Janine Damm

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