logo

Klingel will Teile von Neckermann kaufen


Das Pforzheimer Versandhaus Klingel will Teile des insolventen Mitbewerbers Neckermann.de übernehmen. Wie das Bundeskartellamt mitteilte, hat die E-Commerce-Tochter von Klingel, die K-Mail Order GmbH, einen Antrag auf Erwerb aller Vermögensgegenstände der Happy Size GmbH gestellt. Der Große-Größen-Anbieter ist eine hundertprozentige Tochter von Neckermann. Bei der Neckermann.de GmbH wolle K-Mail einen Teil der Vermögensgegenstände kaufen. Happy Size will sich dazu nicht äußern. Insolvenzverwalter Michael Frege zeigte sich von der Veröffentlichung der Kartellwächter überrascht: "Der Investorenprozess läuft noch. Entscheidungen sind nicht getroffen." K-Mail war für eine Stellungnahme bislang nicht erreichbar.
 
Unterdessen geht der Ausverkauf bei der Modesparte von Neckermann.de in die letzte Runde. Der Online-Shop zeigt nur noch Produkte von Partnern an. Im Sale-Bereich, wo in den vergangenen Wochen Bekleidung mit Rabatten von bis zu 80% angeboten wurde, beschränkt sich die Werbung auf reduzierte Artikel der Segmente Elektronik und Wohnen. Die Mitarbeiter von Neckermann stoßen ebenfalls auf großes Interesse: Wie die FAZ berichtet, haben sich mehrere Firmen bei den Insolvenzverwaltern gemeldet, weil sie Arbeitnehmer des Versandhauskonzerns übernehmen wollen. Die Insolvenzverwalter gingen davon aus, dass 10 bis 20% des Personals schon bald wieder eine neue Stelle finden.

14.09.2012Redakteur: Bert Rösch
 Drucken