TW logo

Kommentar: Die Eine-Milliarde-Euro-Frage


Hagen Seidel
Hagen Seidel
Diese Zahl überstrahlt alles: Eine Milliarde Euro will der neue Kaufhof-Eigentümer HBC in den kommenden fünf bis sieben Jahren in die Warenhauskette investieren.

Donnerwetter! Eine Milliarde – das ist mal eine Ansage an Lieferanten, Dienstleister, Mitarbeiter und Städte. Auf den ersten Blick jedenfalls.
Bei genauerer Betrachtung allerdings kommen Zweifel über den Wert dieser Ankündigung auf. Denn schon zu den Zeiten, in denen Galeria Kaufhof Teil des Metro-Konzerns war, wurden jährliche Investitionssummen von 100 Mill. Euro für die gut 100 Warenhäuser kolportiert – andere Quellen sprechen von höheren Beträgen. Wohlgemerkt für einen Kaufhof, der zum Verkauf stand und nicht mehr zum Kerngeschäft gehörte. Metro gab nur selten mehr als nötig aus, was man vielen Häusern ansehen konnte.

Auf den von HBC genannten Investitionszeitraum von bis zu sieben Jahren hochgerechnet ergibt sich somit eine Summe von 700 Mill. Euro, die mutmaßlich auch unter dem alten Eigentümer geflossen wäre. Doch HBC will immerhin 300 Mill. Euro mehr investieren. Möchte allerdings zusätzlich kostenintensive Projekte wie die Omnichannel-Offensive und die – bei Lieferanten höchst umstrittene - Installation von rund 40 Off Price-Flächen seiner Kette Saks Off 5th anschieben.

Da stellt sich die Frage, ob die Riesensumme von einer Milliarde Euro wirklich ausreichen kann, um Galeria Kaufhof in eine erfolgreiche Zukunft zu katapultieren. Oder ob die Veröffentlichung der Zahl nicht eher eine Investition in positive Schlagzeilen war.
11.03.2016Redakteur: Hagen Seidel
 Drucken