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Lands’ End: PR-Desaster um Interview


In der Zwickmühle. Ein Interview mit der politischen Aktivistin und Feministin Gloria Steinem im Frühjahrskatalog des US-Modeversenders Lands’ End erhitzt in den USA die Gemüter. Obwohl Steinem sich in dem Text nicht zum Thema Abtreibung äußert, hagelt es in den USA Proteste zu diesem Thema. Zwei private religiöse Colleges in Mittelamerika, das Missouri College und das College aus Ozarks, haben aus Protest gegen den „Lobgesang auf eine bekannte Befürworterin von Abtreibung” bereits gedroht, ihre langjährigen Orders von Schuluniformen bei dem Unternehmen mit Sitz in Dodgeville/Wisconsin zu stornieren.
 
Inzwischen hat Lands’ End das Interview von seiner Webseite genommen und sich bei seinen Kunden entschuldigt. Lands’ End hat im aktuellen Frühjahrskatalog unter dem Titel „Legend Series” ein Reihe gestartet, die Personen hervorhebt, die sowohl in ihrer Branche als auch in der Welt maßgebliche Veränderungen eingeleitet haben. In dem vierseitigen Interview spricht Lands’ End-CEO Federica Marchionni mit Steinem u.a. über die Herausforderungen von Frauen am Arbeitsplatz und Steinems persönlichen Lebensweg.
 
„Wir dachten, dass dies eine gute Idee war”, heißt es nun von Seiten des Unternehmens, „aber unsere Kunden sind anderer Meinung. Dafür möchten wir uns aus tiefstem Herzen entschuldigen.” Jetzt hagelt es Vorwürfe von der Gegenseite. Der Retailer beuge sich dem Druck Rechtsradikaler, beschweren sich Kundinnen auf der Facebook-Seite von Lands’ End. „Wie kann sie nur das Recht der Frauen auf ihren eigenen Körper befürworten”, fragt Melissa Siebold Bissonette beispielsweise rhetorisch. „Was wird sie als nächstes tun, das Wahlrecht für Frauen vorschlagen?!” Eine andere Leserin fordert Lands’ End auf, sich bei Steinem zu entschuldigen.

29.02.2016Redakteur: Ulrike Howe

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