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Lederwarenmesse ILM: International wie nie


Die internationale Lederwarenmesse ILM in Offenbach, die am Samstag zum 144. Mal startet, wird immer internationaler. Von den 290 Ausstellern kommen 52% aus dem Ausland. In absoluten Zahlen sind das 150 Aussteller aus 21 Ländern- „so viele wie noch nie“, sagt Messechef Arnd Hinrich Kappe auf der Pressekonferenz am Freitag. Mit den 290 Ausstellern (Vorjahr: 278) ist die ILM abermals ausgebucht. „Die Flächen werden kleiner, die Vielfalt wird größer“, erklärt Kappe. „Jede Ecke dieses Hauses ist vermietet.“ Auf dem Catwalk werden Taschen und Reisgepäck erstmals in separaten Fashion Shows präsentiert, jeweils zwei Mal täglich.

Die ausländischen Anbieter kommen vorrangig aus Italien, den Niederlanden, Großbritannien und den USA, der Anteil an französischen Herstellern hat sich im Vergleich zum Vorjahr sogar verdoppelt. „Auch im Ausland hat man verstanden, dass die ILM eine lohnenswerte Messe ist“, sagt Kappe und verweist einmal mehr auf die Funktion der Messe als Orderplattform. Auf Besucherseite beobachte man zudem ein stetig wachsendes Interesse jenseits des Lederwarenhandels, insbesondere von Einkäufern aus dem Bekleidungs- und Schuhhandel.



Taschenbranche mit Wachstum


Im Rahmen der Pressekonferenz wurden außerdem die jüngsten Zahlen aus Industrie und Handel vorgestellt. So vermeldet der HDS/L, Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie, für 2015 einen Gesamtumsatz von 529,7 Mill. Euro – das ist ein Plus von 4,4% gegenüber dem Vorjahr. Inbesondere mit Blick auf Strukturwandel und Digitalisierung, die auch die Industrie vor große Herausforderungen stelle, sei man mit dem Ergebnis sehr zufrieden, so HDS/L-Hauptgeschäftsführer Manfred Junkert. Das positive Ergebnis ist in erster Linie auf den Umsatz im Ausland zurückführen, er stieg um 11,4% auf 150,4 Mill. Euro.

Damit gewinnt das Auslandsgeschäft weiter an Bedeutung – mit einem Anteil von mittlerweile 28,4%. Fast jeder dritte Euro wird demnach im Ausland erwirtschaftet, wobei Österreich, Frankreich und Großbritannien die stärksten Exportländer sind. Bei den Inlandsumsätzen ist lediglich ein leichter Anstieg um 1,8% auf 379,3 Mill. Euro zu verzeichnen.

Ähnlich leicht nach oben entwickelt hat sich der Umsatz auf Handelsseite. Nach Schätzungen des BLE, Bundesverband des Deutschen Lederwaren-Einzelhandels, hat der Markt für Lederwaren in Deutschland nach einem Pari in 2014 im vergangenen Jahr um rund 2% zugelegt auf 2,5 Mrd. Euro. Neben Bekleidungshäusern und Department-Stores, die allerorten bei Taschen anbauen, konnten vor allem Online-Anbieter ihre Umsatzzuwächse steigern, und zwar im gut einstelligen Bereich. „Die Zeiten von zweistelligen Zuwächsen sind vorbei“, sagt BLE-Geschäftsführer Axel Augustin. Der Lederwarenhandel konnte insbesondere bei Reisegepäck Umsätze gutmachen.
26.02.2016Redakteur: Simone Reiner
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