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Made in-Kennzeichnung rückt näher


Bekleidungshersteller müssen sich künftig möglicherweise auf striktere Vorgaben für die Kennzeichnung ihrer Waren mit dem Hinweis „Made in“ einstellen. Nach dem Willen des Verbraucherausschusses im EU-Parlament sollen Hersteller und Importeure künftig dazu verpflichtet werden, auf den Produkten das Herkunftsland anzugeben. Auch die Regeln zur Bestimmung des Herkunftslandes sollen präzisiert werden. Eine entsprechende Gesetzesvorlage beschlossen die Abgeordneten nach Agenturberichten am Donnerstag in Brüssel. Bisher ist eine solche „Made in“-Kennzeichnung noch freiwillig. So sind die Hersteller relativ frei darin, ihre Ware beispielsweise mit „Made in Germany“ zu kennzeichnen, selbst wenn ein großes Teil des Produkts im Ausland gefertigt wurde.

Die Frage der Herkunftskennzeichnung ist mit der Abstimmmung im Ausschuss allerdings noch nicht entschieden. Die Pläne benötigen noch die Zustimmung des Plenums und der EU-Staaten.
 
Große Teile der Industrie wehren sich bisher gegen die verpflichtende „Made in“-Regelung. Auch der Gesamtverband Textil + Mode lehnt sie ab. Die Verpflichtung sei zum einen mit Kosten und Bürokratie verbunden und führe zum anderen die Verbraucher in die Irre. „In einer globalisierten Welt findet die Wertschöpfung bei Textilprodukten in den verschiedensten Ländern statt. Ein ´Made in´, das nur auf den letzten Herstellungsschritt abstellt, wird diesen komplexen Vorgängen nicht gerecht“, teilt der Verband mit. Es sei zudem zu befürchten, dass es zu einer Stigmatisierung von Ware komme, die nicht in Europa gefertigt werde. Vor allem Anbieter hochwertiger Markenprodukte würden dadurch „massiv beeinträchtigt“.
 
Auch die europäischen Verbraucherschutzorganisationen BEUC und ANEC hatten sich kürzlich gegen die verpflichtende Kennzeichnung ausgesprochen. Sie forderten den europäischen Gesetzgeber auf, den Vorschlag für ein verpflichtendes „Made in“ aufzugeben.

18.10.2013Redakteur: Anke Prokasky

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