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Nächste Runde im Breuninger-Streit


Der Streit um die Besitzverhältnisse beim Stuttgarter Filialisten Breuninger geht in eine neue Runde. Der Stuttgarter Rechtsanwalt und frühere Breuninger-Beirat Wolfgang Blumers, der gegen die beiden Haupteigentümer der schwäbischen Kaufhauskette Klage eingereicht hat und eine Beteiligung erreichen will, fordert jetzt eine Umstrukturierung des Familienunternehmens nach dem Gesellschafter-Modell der Robert Bosch GmbH.

Bei dem Automobilzulieferer hält die Familie Bosch 8% sowohl der Unternehmensanteile als auch der Stimmrechte in der Gesellschafterversammlung. Die gemeinnützige Robert-Bosch-Stiftung hält zwar 92% der Anteile, hat aber ihre Stimmrechte komplett zu Gunsten der Industrie-Treuhand KG aufgegeben. Die Industrie-Treuhand, in der mehrere Gesellschafter – frühere Topmanager und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens – sitzen, verfügt trotz einer Mini-Beteiligung von lediglich 0,01% am Unternehmen mit 92% der Stimmrechte über die eigentliche Entscheidungshoheit.

Auf Breuninger angewandt würde das Modell laut Blumers wie folgt aussehen: Wie bislang würden die beiden Familien Breitschneider und Seidel ihre Beteiligung in Höhe von 20% behalten. Die ehemaligen Stiftungsvorstände Wienand Meilicke und Willem van Agtmael, deren Anteile jeweils 40% betragen, würden eine gemeinnützige Stiftung gründen, deren Beteiligung bei 79% läge. 1% der Anteile ging dann an eine Breuninger Treuhand KG. Die Stiftung würde ihr Stimmrecht zu Gunsten der Breuninger Treuhand aufgeben, die von den ehemaligen Stiftungsvorständen Meilicke, Agtmael, Benno Stratmann, Theo Henselijn, Wolfgang Blumers und eventuell den Familien Breitschneider und Seidel gebildet werden könnte. Somit läge das Stimmrecht der Treuhand bei 80%, so dass die ehemals fünf Vertrauten des Firmengründers Heinz Breuninger das Machtzentrum bilden würden.

Das Unternehmen Breuninger hat diese Idee zur Kenntnis genommen, wollte sie aber am Freitag nicht kommentieren. Ursprünglich war vor acht Jahren vereinbart worden, dass alle fünf Stiftungsvorstände die 80%-Beteiligung an der Unternehmensgruppe zu gleichen Teilen erwerben. Blumers und die beiden anderen Ex-Vorstände fühlen sich von Meilicke und van Agtmael, die nach Auflösung der Breuninger-Stiftung 2004 zu den beiden Mehrheitseignern wurden, über den Tisch gezogen. Meilicke und van Agtmael warfen dagegen Blumers vor kurzem vor: „Was er damals nicht kaufen wollte, möchte er heute risikolos geschenkt haben.“ Blumers Stuttgarter Anwalt betont dagegen, dass die Kaufpreisschuld seines Mandanten wegen der Gewinnanteile seit dem Jahr 2004 inzwischen längst getilgt wäre.
03.08.2012Redakteur: Janine Damm
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