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Neckermann: Happy Size insolvent


Die Neckermann-Insolvenz zieht weitere Kreise. Nach der deutschen Muttergesellschaft und der österreichischen Tochter hat jetzt auch der Große Größen-Anbieter des Versandhauskonzerns Insolvenz angemeldet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter der Happy Size Versandhandels GmbH wurde Niklas Lütcke von der Kanzlei CMS Hasche Sigle ernannt, die auch die Insolvenz von Neckermann.de zuständig ist. Laut Bundesanzeiger erzielte Happy Size mit den Marken Happy Size und Men Plus 2010 einen Umsatz in Höhe von 77 Mill. Euro.

Nach Angaben von Happy Size war die Insolvenzanmeldung notwendig, um Risiken zu vermeiden, die sich aus der Neckermann-Insolvenz ergeben könnten. Es gebe aber bereits „aussichtsreiche“ Gespräche mit einem strategischen Investor aus der Versandhandelsbranche. Eine Einigung stehe kurz bevor.

Die Happy Size Company wurde 1997 gegründet. 2003 startete das Unternehmen den Spezialkatalog Men Plus. Seit 2003 ist der Versender in der Schweiz vertreten. Größter Mitbewerber ist die Schwab-Marke Sheego, die ihren Umsatz im Geschäftsjahr 2011/12 (29.2.) um 16% auf 70 Mill. Euro steigerte. Weitere Große Größe-Anbieter am Markt sind unter anderem Ulla Popken, H&M, Emilia Lay und Navabi. Das Gesamtvolumen des Marktes für Damenmode in Großen Größen schätzen Experten auf rund 6 Mrd. Euro. Daran hat der Versand- und Online-Handel einen Anteil von 1,6 Mrd. Euro. Dem gesamten Marktsegment wird in den kommenden Jahren ein Wachstum von mindestens 3% prognostiziert.

Unterdessen wird bei Neckermann.de die Zeit knapp. Die Bundesanstalt für Arbeit zahlt den Mitarbeitern des Versandhauses nur noch bis zum Monatsende Insolvenzgeld. Ab Oktober, wenn das Insolvenzerfahren voraussichtlich eröffnet wird, muss Neckermann wieder für die Personalkosten aufkommen, die bislang bei etwa 100 Mill. Euro pro Jahr lagen. Und ein Investor ist nach wie vor nicht in Sicht.
07.09.2012Redakteur: Bert Rösch
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