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Neckermann: Insolvenzverwalter ernannt


Das Schicksal des insolventen Versandhauskonzerns Neckermann.de liegt jetzt in den Händen der Berliner Anwaltskanzlei CMS Hasche Sigle, die mit 600 Anwälten in neun deutschen Großstädten sowie in Brüssel, Moskau und Shanghai tätig ist. Die in Frankfurt ansässigen CMS-Anwälte Dr. Michael Frege und Joachim Kühne wurden heute vom Amtsgericht Frankfurt zu vorläufigen Insolvenzverwaltern ernannt. Beide gelten laut CMS als „ausgewiesene Insolvenzverwalter und Sanierer“, könnten aber frühestens in zehn Tagen zum Verfahren Stellung nehmen. Erfahrungsgemäß kann es bis zu drei Monate dauern, bis die Entscheidung über die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens fällt.

Frege, Jahrgang 1959, soll sich nach Gerichtsangaben um das Handelshaus Neckermann.de kümmern, Kühne um die Logistik-Sparte. Frege machte sich unter anderem als Insolvenzverwalter der deutschen Tochter der Pleitebank Lehman Brothers einen Namen. Insgesamt hat der gebürtige Düsseldorfer seit seiner Zulassung zum Insolvenzanwalt im Jahr 2000 rund 40 Insolvenzen verwaltet. Joachim Kühne leitet bei CSM die Practise Group Restrukturierung. Der gebürtige Hamburger arbeitet seit 1996 bei CMS, zunächst im Leipziger Büro, seit 2005 in der Frankfurter Niederlassung.

CMS hatte den US-Investor Carlyle beim Kauf von sieben Spezialversendern der insolventen Arcandor-Gruppe beraten: Elégance, Baby Walz, Die Moderne Hausfrau, Planet Sports, Bon-a parte, Mirabeau und Vertbaudet. Ein weiterer Beratungskunde war der Wäschehersteller Schiesser, der nach der Insolvenz 2009 im darauffolgenden Jahr den Börsengang plante.

Der vor 62 Jahren gegründete Versandhändler Neckermann.de hatte gestern Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt, nachdem der US-Eigner Sun Capital den von Management, Betriebsrat und der Gewerkschaft Verdi ausgehandelten Sozialplan abgelehnt hatte. Dieser sah der Gewerkschaft Verdi zufolge 9 Mill. Euro für Abfindungen und die Gründung einer Transfergesellschaft vor, die den laufenden Einnahmen entnommen werden sollten. Neckermann hatte im April beschlossen, 1380 Vollzeitstellen abzubauen.
19.07.2012Redakteur: Bert Rösch
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