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Bei Neckermann läuft die Zeit ab


Die Zukunft des insolventen Versandhändlers Neckermann.de entscheidet sich in etwa vier Wochen. „Ohne einen Investor ist im Herbst Schluss“, sagte Neckermann-Geschäftsführer Henning Koopmann der Wirtschaftswoche. Der vorläufige Insolvenzverwalter habe die Geschäfte zwar stabilisieren können, „doch aus eigener Kraft können wir es nicht schaffen“, berichtet Koopmann. In den ersten Tagen nach der Insolvenzanmeldung seien die Bestellungen um rund 66% zurückgegangen. Inzwischen hätten sie sich aber wieder stabilisiert und lägen jetzt nur noch 13% unter dem Vorjahreswert. Als Grund führt er u.a. die selbstironische Kampagne an, in der Neckermann online u.a. folgenden Slogan gebracht hatte: „Insolvent. Na und? Sie wollen schließlich kein Geld bei uns bestellen, sondern Ware“.
 
Die Pressestelle von Neckermann.de zeigte sich überrascht von den Äußerungen Koopmanns, bestätigte aber auf Anfrage alle Angaben. Die Gewerkschaft Verdi kritisierte das Vorpreschen des Neckermann-Chefs, u.a. weil sie unter Umständen die Lieferanten weiter verunsichere. „Es wäre klüger gewesen, wenn er sich nicht geäußert hätte, gerade in so einer schwierigen Phase“, sagt Handelssekretär und Neckermann-Aufsichtsrat Wolfgang Thurner. Unterdessen hat Mexx seine Lieferungen an Neckermann.de eingestellt. „Da wir keine Deckungszusage seitens unseres Kreditversicherers bekommen, können wir aktuell nicht ausliefern“, berichtet Wholesale-Chef Volker Schmidt. S.Oliver hatte bereits im Juli einen Lieferstopp verhängt. Seitdem warten die Rottendorfer auf ein Signal vom Insolvenzverwalter. „Wir brauchen eine Deckungszusage, bevor wir wieder liefern“, sagt Geschäftsführer Mathias Eckert. Alle anderen Modelieferanten lehnen bislang eine Stellungnahme ab. Auf der Website Neckermann.de werden derzeit Modeartikel mit Rabatten von bis zu 80% verkauft.

20.08.2012Redakteur: Bert Rösch
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