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Pelz: Etikettenschwindel im Handel


Echter Pelz wird häufig als Kunstpelz verkauft und ist oft nicht vorschriftsmäßig gekennzeichnet. Das fand die Stiftung Warentest bei Stichproben in 20 Berliner Geschäften heraus. Untersucht wurden dabei Jacken von Orcie Style, Be Cool, Osley und One Public, deren Pelzkragen nach Informationen der Verkäufer aus Kunstfaser bestehen sollte. Auch in den Etiketten waren lediglich Baumwolle und Polyester deklariert.

Der Labortest ergab in allen vier Fällen, dass es sich um Echtfell handelt. Die Bommel an der Mütze von Mauritius war als Waschbärpelz deklariert, dabei handelte es sich laut Stiftung Warentest um das deutlich günstigere Fell eines Marderhundes, der vor allem in China oft unter grausamen Bedingungen massenhaft in Farmen gehalten wird. Nach der neuen EU-Verordnung von 2012 muss echter Pelz mit dem Hinweis „Enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs“ gekennzeichnet werden.

Der Etikettenschwindel erfolge häufig nicht nur aus Angst vor Tierschützern, sondern vor allem, weil Katzen- oder Marderhundfell aus China deutlich günstiger sei als gut gemachtes Kunstfell, begründet Lea Schmitz, Biologin beim Deutschen Tierschutzbund. Die Medienresonanz auf den Beitrag ist groß, Stern, Bild und WDR berichteten bereits.

28.01.2016Redakteur: Kirsten Reinhold
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