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Puma: Umsatz steigt, Gewinn bricht ein


Bild: Puma
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Der Herzogenauracher Sportartikelhersteller Puma ist im Geschäftsjahr 2015 um 14% (währungsbereinigt +6,5%) gewachsen. Die Umsätze stiegen damit auf 3,4 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) sank dagegen aufgrund negativer Währungseffekte, die sich deutlich negativ auf die Rohertragsmarge auswirkten sowie verstärkten Marketingaktivitäten um 24,8% auf 96,3 Mill. Euro. Dementsprechend wurde auch das Konzernergebnis belastet. Es liegt mit 37,1 Mill. Euro deutlich unter dem Vorjahresergebnis von 64,1 Mill. Euro.

Wie schwer der starke Dollar-Kurs wiegt, zeigt ein Blick auf die Umsätze in den Regionen Amerika und Asien/Pazifik. Während die Umsätze in Amerika um 22,5% auf 1,3 Mrd. Euro stiegen, bleibt währungsbereinigt nur ein Plus von 8,8%. Ähnlich verhält es sich mit den Erlösen in der immer wichtiger werdenden Region Asien/Pazifik, wo von einem Plus von 17,5% auf 818,4 Mill. Euro, währungsbereinigt ein Plus von 7,6% übrig bleibt. Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, setzt der Sportartikelhersteller künftig u.a. auf Preiserhöhungen, in Form von neuen Preispunkten und lokales Sourcing, z.B. in Gestalt von Fabriken in Argentinien und Brasilien, die den südamerikanischen Markt unabhängiger mit Ware versorgen sollen.

Trotz der äußerst großen Sensibilität gegenüber Preiserhöhungen im Markt sieht CEO Björn Gulden für Puma einen entscheidenden Vorteil: „Die Tatsache, dass wir bei einigen Händlern im Hinblick auf das Schuh-Geschäft außen vor waren, ermöglicht uns nun neue Preispunkte zu setzen, die nicht unmittelbar mit Preisen aus der Vergangenheit verglichen werden können.“ Dass Preiserhöhungen für die gesamte Branche unumgänglich sind, untermauert Gulden mit einem Verweis auf das aktuelle Hedging: „Im letzten Jahr konnten wir 1 Euro für 1,30 Dollar hedgen. In diesem Jahr ist es 1,12 Dollar. Da sitzen wir alle im selben Boot.“

In das Geschäft mit Schuhen, das im vierten Quartal des Geschäftsjahres zum sechsten Mal in Folge zulegen konnte und das mit 44% den größten Umsatzanteil ausmacht, setzt Puma besonders große Erwartungen. Hier konnten die Erlöse 2015 um 17,4% (währungsbereinigt +9,2%) auf 1,5 Mrd. Euro zulegen. Besonders dazu beigetragen haben die Kategorien Running und Training, die auch die Umsätze mit Textilien befeuerten. Diese stiegen im vergangenen Jahr um 12,9% (währungsbereinigt +6%) auf 1,2 Mrd. Euro.

Pop-Star und Testimonial Rihanna, deren Zusammenarbeit mit Puma am vergangenen Freitag in der Präsentation der ersten Kollektion auf der New York Fashion Week gipfelte, gibt maßgeblich die Richtung vor. „Wir wollen uns da positionieren, wo das Gym auf den Runway trifft“, sagt Gulden. Die erste ganzheitliche Frühjahr-/Sommerkollektion im Bereich Training, die nun auf den Markt kommt, soll dieses Vorhaben untermauern. Die Linie soll sich klar an den Bedürfnissen von Frauen mit einem sportlich-aktiven Lebensstil orientieren. „Die Zukunft ist weiblich“, ist Gulden überzeugt. Die Gefahr, dass Puma wie in der jüngeren Vergangenheit seine Sport-DNA vernachlässigen könnte, sieht der CEO und ehemalige Fußball-Profi nicht. „Es wäre ein Problem, wenn wir nicht mehr im Fußball oder bei Olympischen Spielen präsent wären.“

Die Marketinginvestitionen sollen dementsprechend auch im aktuellen Geschäftsjahr fortgesetzt werden. Aufgrund der weiter anhaltenden Währungsproblematik ist der Sportartikelhersteller allerdings nur vorsichtig optimistisch, was die Verbesserung des Geschäftsergebnisses angeht. Für 2016 erwartet Puma ein EBIT zwischen 115 und 125 Mill. Euro.
18.02.2016Redakteur: Sebastian Wolf
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