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Rettung für Hutmacher Borsalino


Foto: Borsalino
Foto: Borsalino
Gute Nachricht für Borsalino. Die italienischen Gerichte haben am Mittwoch dem Sanierungsplan einer Investorengruppe zugestimmt, die den italienischen Hutmacher übernehmen und weiterführen will. Borsalino war wegen des unverantwortlichen Finanzgebarens eines früheren Eigentümers in Schieflage geraten und hatte Gläubigerschutz beantragt.
Angeführt werden die Retter von Philippe Camperio, dessen Vorfahren zu den Gründern des Fußballclubs AC Mailand gehören. Er werde von anderen „hochkarätigen“ italienischen und internationalen Investoren flankiert, teilte Borsalino in einer Pressemeldung mit. Camperio beteilige sich über eine Gesellschaft namens Haeres Equita an Borsalino, hieß es weiter.

Damit scheint die Zukunft von Borsalino erst einmal gesichert. Das Unternehmen beschäftigt 130 Mitarbeiter. Der Umsatz belief sich 2015 auf rund 15,5 Mill. Euro, dieses Jahr werden 17 Mill. Euro angepeilt. Jedes Jahr werden 165.000 Hüte in 50 Ländern verkauft. Die Gruppe um Camperio stellt Investitionen in Höhe von 5 Mill. Euro in Aussicht, die Belegschaft soll fürs erste nicht verkleinert werden. „Wir freuen uns sehr über den Einstieg von Haeres Equita. Wir glauben an eine erfolgreiche Zukunft der Marke“, sagte Borsalino-Aufsichtsratspräsident Marco Moccia.

Borsalino, gegründet 1857, steht wie der Nutella-Hersteller Ferrero oder die Sportwagenschmiede Ferrari für „Made in Italy“. Zu den prominenten Trägern gehörten Winston Churchill, Theodore Roosevelt und Al Capone. Bekanntheit erlangte die Firma durch Film und Fernsehen. Leinwandhelden wie Alain Delon, Robert Redford oder Marlon Brando trugen Borsalino und bescherten der Marke in der breiten Öffentlichkeit einen Kultstatus. In dem Streifen „Borsalino“, der im Original „Bandits a Marseille“ hieß, traten Alain Delon und Jean-Paul Belmondo in den Hauptrollen auf.


17.03.2016Redakteur: Tobias Bayer
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