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Rocket Internet zieht sich aus der Türkei zurück


Der Internetinvestor und Zalando-Gründer Rocket Internet stößt mit seiner aggressiven Expansionsstrategie offenbar an seine Grenzen. Wie die TextilWirtschaft aus internen Führungskreisen erfuhr, zieht sich das Berliner Unternehmen aus der Türkei zurück. Rocket Internet betreibt dort den Sportartikel-Shop Sporena, den Schuh- und Modeshop Zidaya, die Möbel und Heimtextilien-Anbieter Evimister und Westwing sowie den Online-Marktplatz Eleseri, auf dem Handgemachtes verkauft wird.

Dem Vernehmen nach seien die Margen zu gering, unter anderem weil der türkische Markt von reinen Schnäppchenjägern geprägt sei. Das Unternehmen konzentriere sich lieber auf Wachstumsmärkte wie Südamerika, Afrika und Asien. In Lateinamerika und Afrika hat Rocket Internet vor wenigen Tagen mit der Mobilfunkfirma Millicom einen Investor gewonnen, der sich Internet-Ablegern Latin America Internet Holding und Africa Internet Holding beteiligt.

Medienberichten zufolge sollen die Führungskräfte der türkischen Töchter jetzt selbst entscheiden, was mit ihren Unternehmen geschieht. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass die Start-ups geschlossen werden. Insgesamt beschäftigen die Rocket Internet-Beteiligungen rund 400 Mitarbeiter am Bosporus.

Rocket Internet ist derzeit in 41 Ländern auf fünf Kontinenten aktiv. In Europa ist der Investor für seinen Mode-Shop Zalando bekannt, der mittlerweile über Länder-Shops in zehn EU-Staaten und der Schweiz verfügt. Rocket Internet hält an dem 2009 gegründeten E-Commerce-Anbieter 44% der Anteile.
17.08.2012Redakteur: Bert Rösch
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