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Store des Tages: Moll in Düsseldorf


Der Store des heutigen Tages fällt etwas aus der Reihe – oder auch nicht. Es handelt sich nicht um einen neu eröffneten reinen Fashion-Store  oder ein Multilabel-Haus, das nach einem Umbau arrondierenden Zusatzsortimenten mehr Platz eingeräumt hat. Im Fall der Düsseldorfer Moll-Gruppe hat diesmal ein Autohändler sein Sortiment ausgebaut: Wer bei Moll  einen flotten Schlitten von u.a. Ferrari oder Jaguar kauft, hegt nicht nur eine Leidenschaft für das automobile Luxussegment, sondern legt eben auch Wert auf einen entsprechenden Lifestyle. Im Falle des Autohändlers bedeuten arrondierende Sortimente somit Fashion und Accessoires. In der Berliner Allee, und damit unweit von der Königsallee und den Shopping-Hotspots in der Düsseldorfer City, hat Moll auf 350m² einen „Premium-Showroom“ eröffnet.

Unweit von Prada, Gucci und Louis Vuitton sollen die Kunden künftig so nicht nur einen Lamborghini, Aston Martin oder McLaren kaufen – nur drei ausgesuchte Modelle aus dem Premiummarken-Portfolio werden in der Innenstadt-Repräsentanz als Appetizer gezeigt – sondern auch Menswear. Wobei der Showroom (Design und Umsetzung: Schwitzke, Düsseldorf) auf den ersten Blick mehr Lifestyle-Location als Laden ist. Neben Bar, Lounge und Historienwand finden sich auch Mode und Accessoires der Automarken.

Das Ambiente ist edel und modern. Grautöne, metallisch-kühle Oberflächen, geordnete Linien an Wänden und Böden, drei selbstleuchtende Deckenfelder und multimediale Elemente wie eine großformatige LED-Wand, die bespielt werden kann, setzen die Produkte in Szene und machen den Laden zu einer multifunktionalen Fläche, die auch für Events genutzt werden kann. So ist das Autohaus auf zeitgeistige Art für den Kunden nahbar – nicht nur als Shopping-Destination, sondern auch als Ort der Inspiration und Entspannung. Und als Erlebnis: Zum Beispiel, weil dort gerade James-Bond-Fans dem Aston Martin DB10 nahe sein können, der im jüngsten Streifen „Spectre“ zu sehen war und weltweit nur zehnmal gebaut wurde.

„Der klassische Autohandel muss sich neu erfinden. Es geht darum, die Kunden von heute da zu erreichen, wo sie sowieso einkaufen gehen. Mit Konzepten und Lifestyle-Angeboten, die deutlich Lifestyle-orientierter sind und das Markenerlebnis auch über das Produkt Auto hinaus transportieren“, sagt Karl Schwitzke, Gründer und Gesellschafter von Schwitzke. Und seine Aussage lässt sich genauso auf den Modehandel übersetzen: Auch die reinen Fashion-Stores inszenieren sich mehr und mehr als Event-Location – und haben schon das ein oder andere Fahrzeug in den Laden geholt. Wenn auch nur als Requisite. Und nicht als arrondierendes Sortiment.

Moll

Ladenbau: Schwitzke, Düsseldorf
Berliner Allee 51, Düsseldorf
03.03.2016Redakteur: Janine Damm
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