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Strategien gegen den Leerstand


Leerstehende Warenhäuser sind leichter zu revitalisieren als verödete Shoppingcenter. Dies ist ein Ergebnis der Studie „Neueröffnung nach Umbau“, die von der Landesinitiative StadtBauKultur NRW 2020 herausgegeben wurde. Darin zeigen die Autoren anhand von Praxisbeispielen aus Nordrhein-Westfalen Strategien auf, wie Kommunen mit den verwaisten und oftmals problembehafteten Immobilien umgehen können.

Anhand von Umbauprojekten in Neuss, Lünen, Gelsenkirchen, Detmold, Siegen und Hamm – darunter auch ehemalige Hertie- und Kaufhof-Immobilien – wird dargestellt, wie aus einstigen Warenhäusern zukunftsfähige Standorte für Wohnen, Büro, Handel oder kulturelle Nutzungen werden können. Fünf Einkaufscenter in Wuppertal, Solingen, Gummersbach, Bochum und Dorsten dienen dazu, städtebauliche und architektonische Schwachstellen dieses Bautyps aufzuzeigen.

Die oftmals gute, zentrale Lage, Gebäudeform und -struktur ehemaliger Warenhäuser würde nicht nur eine Wiedernutzung als Einzelhandelsfläche, sondern auch die vielfältige andere Nutzung aus den Bereichen Kultur, Bildung, Freizeit, Dienstleistung oder Wohnen zulassen, so die Analyse. Bei Einkaufscentern dagegen sei eine Wiedernutzung oftmals so komplex und kostenintensiv, dass sich eher ein Abriss anbiete.

„Aus städtebaulicher Sicht wird der bauliche ‚Wandel im Handel‘ langfristig nur dort erfolgreich sein, wo städtisch angepasste und keine autonomen Formate entstehen“, resümieren die Autoren der Studie. Diese Formate müssten „die Anatomie der Stadt respektieren, in einer tatsächlich zentralen Lage verortet sein und in ihrer Baustruktur schon ihr mögliches Ende bedenken, das heißt einen Umbau ermöglichen.“ Nach wie vor sei es das „klassische Geschäftshaus, das in der Regel geeignete Format für Einzelhandel in der Innenstadt ist.“
30.12.2015Redakteur: Andrea Hackenberg

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