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Studie: Europa ist begehrtestes Reiseziel


Fast 1,18 Milliarden Menschen weltweit haben im vergangenen Jahr eine Auslandsreise gemacht. Das sind 50 Millionen mehr als 2014, laut der World Tourism Organization (UNWTO). 2015 stieg die Zahl der Reisenden um 4%, nach einem Wachstum von 4,4% im Jahr zuvor.

Dem jüngsten Bericht der Organisation zufolge war Europa das begehrteste Ziel. Dagegen ging die Frequenz in Nordafrika, vor allem in Tunesien, nach Terroranschlägen zurück. Als Land blieb Frankreich vor den Amerika, Spanien und China das meistbesuchte Ziel laut den Statistiken, die auf Reisen mit mindestens einer Nacht vor Ort basieren.
„Die Ergebnisse 2015 wurden von den Wechselkursen, den Erdöl-Preisen und den Krisen-Gebieten in der Welt beeinflusst", so der Bericht. Für die Amerikaner war der schwache Euro das Argument für eine Europa-Reise.

2015 hat der Tourismus jedoch die Terror-Bedrohung zu spüren bekommen. Dies war vor allem in Tunesien der Fall, ein beliebtes Reiseland vor allem für Franzosen. Zwei Attentate im März und Juni gegen das Bardo Museum und in einem Hotel des Küstenortes Sousse ließen die Zahl der Tunesien-Touristen von 7, 2 Millionen im Jahr 2014 auf 5,4 Millionen fallen. In Nordafrika insgesamt sank die Frequenz um 8%.

In Europa stieg der Touristen-Zustrom um 6% auf insgesamt 609 Millionen. Damit lag Europa vor Asien-Pazifik mit 277 Millionen (+5%), dem amerikanischen Kontinent mit 191 Millionen (+5%) und dem Nahen Osten mit 54 Millionen (+3%).

UNWTO erwartet, dass der Tourismus im laufenden Jahr 2016 um 4% steigen wird. „Terror-Anschläge werden mittel- und langfristig keinen Einfluss auf den internationalen Tourismus haben“, schätzt Taleb Rifai, Generalsekretär der Organisation.

Unvollständige Daten der Erhebung zeigen daneben eine Steigerung der Touristen-Ausgaben. Nur Russen und Brasilianer hatten ihre Reisebudgets 2015 gekürzt. 2014 waren 1,245 Mrd. Dollar in Auslandsreisen geflossen.
20.01.2016Redakteur: Bea Gottschlich
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