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TW-Rangliste: Die Größten werden größer


Im vergangenen Jahr konnte die Mehrheit der europäischen Modelieferanten beim Umsatz zulegen. Vor allem die Milliardenkonzerne haben ihren Vorsprung weiter ausgebaut. Die Top Ten-Unternehmen in dem von der TextilWirtschaft jährlich erstellten Ranking erzielten zusammen einen Umsatz von mehr als 27 Mrd. Euro im Vergleich zu 24,7 Mrd. Euro im Jahr zuvor. An der Spitze steht unangefochten Adidas mit rund 6,3 Mrd. Euro Bekleidungs-Umsatz, gefolgt von Esprit (2,6 Mrd. Euro) und Tommy Hilfiger (2,5 Mrd. Euro).

Kering, ehemals PPR, kletterte in den Top 10 von Platz 9 auf Rang 5. Der Konzern wächst vor allem mit Luxusmarken wie Gucci, aber auch der Tochterunternehmen Puma konnte 2012 mit Bekleidung um 15% zulegen. Insgesamt schaffte der Konzern ein Plus von fast 27% auf mehr als 2,3 Mrd. Euro.

Wie schon 2011 setzten auch andere Luxusanbieter wie Hermés, Dior, Armani, Prada, Versace, Cuccinelli und Zegna ihre steilen Wachstumskurven fort. Zu den Unternehmen, die rasant zulegen konnten, gehören außerdem Moncler (plus 21,6%), Desigual (plus 23,7%) und die SuperGroup (plus 22,7%), die in unterschiedlichen Segmenten und Genres aktiv sind.

Herausforderungen für die Bekleidungsanbieter bleiben neben Konsumschwächen in Märkten wie die Niederlande und in Spanien, die Professionalisierung des Omnichannel-Business, die Kostensteigerungen in der Produktion und der starke Wettbewerbsdruck, den vertikale Ketten und Discount-Konzepte wie Bershka, Uniqlo, Primark, Topshop und Co ausüben. Diesen Druck bekommen auch Esprit und Benetton zu spüren, die zu den wenigen Milliardenkonzernen im Ranking gehören, die Umsätze verloren haben.

In der jährlichen Umsatzrangliste der TextilWirtschaft sind die größten europäischen Bekleidungslieferanten aufgeführt, die 2012 jeweils mindestens 75 Mill. Euro mit Bekleidung, Wäsche und textilen Accessoires erwirtschaftet haben. Aufgelistet sind 145 Firmen, 106 davon konnten ein Plus oder Pari verbuchen.

In der separaten Liste der deutschen Anbieter mit mindestens 50 Mill. Euro Umsatz sind 58 Unternehmen vertreten, von denen 42 zulegen oder die Erlöse stabil halten konnten. Bei den deutschen Anbietern begründen sich einige Umsatzsprünge vor allem durch Übernahmen. So hat die Tom Tailor Holding dank des Bonita-Kaufs den Sprung in die Top Ten geschafft. Auch Gerry Weber hat sich mit den rund 200 Wissmach-Filialen deutlich verstärkt.

Aus eigener Kraft, ohne Übernahmen haben besonders kräftig Produktspezialisten wie Mac (plus 9,1%) und Rabe (plus 12%) zugelegt. Auch profilierte Markenanbieter wie Hugo Boss (plus 13,9%), Bogner (plus 9,4%), Roy Robson (plus 12,9%) und Closed (plus 8,6%) steigerten sich gegen den Markttrend beachtlich.
25.09.2013Redakteur: Anja Probe
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