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Tod’s bremst Retailexpansion


Mit Tod’s bremst der nächste prominente Name in der Luxuswelt seine Retailexpansion. Das italienische Unternehmen, zu dem die Labels Fay, Hogan, Tod’s und Robert Vivier gehören, werde einen „vorsichtigeren“ Kurs einschlagen, sagte Tod’s-Finanzchef Emilio Macellari am Montag.

Für 2016 sei geplant, 15 bis 20 neue Stores zu eröffnen. Allerdings werde auch darüber nachgedacht, einige Standorte zu schließen, beispielsweise in Hongkong, fügte Macellari an. 2015 hatte der Luxuslederwarenanbieter aus den Marken das Filialnetz netto um 25 Geschäfte erweitert.

Die gesamte Luxusbranche überdenkt den rasanten Retailausbau der jüngsten Vergangenheit. Die Nachfrage in China und Russland schwächelt. Auch das Marktumfeld in Europa und den USA ist nicht einfach. Konfrontiert mit einem schleppenden Verkauf und steigenden Kosten für Mieten und Lagerhaltung, schrauben die Unternehmen ihre Ambitionen zurück. Eklatantestes Beispiel in Deutschland dafür ist Hugo Boss. Die Metzinger Firma veröffentlichte eine Gewinnwarnung, Vorstandschef Claus-Dietrich Lahrs räumte seinen Posten.

Tod’s steigerte im Geschäftsjahr 2015 den Umsatz um 7% auf 1,037 Mrd. Euro. Der Nettogewinn sank um knapp 5% auf 92,7 Mill. Euro. Die Gewinnmarge belastet hätten höhere Mieten und Personalkosten, teilte das Unternehmen mit. Diego Della Valle, Verwaltungspräsident und Vorstandschef von Tod’s, bezeichnete 2015 als „nicht einfach“ und sprach von einem „volatilen Marktumfeld“. Den Auftragseingang 2016 sei „gut“.

„Wir glauben, mit der Präsentation unserer Herbst-/Winterkollektion unser Sortiment vervollständigt zu haben. Sowohl bei Lederwaren als auch bei Schuhen“, sagte Della Valle. „Wir arbeiten hart daran, den Lifestyle und die Inspiration unserer Marke hervorzuheben, die mit dem italienischen Stil und der Qualität unserer Produkte zusammenhängen.“

Trotz des höheren Aktienumlaufs aufgrund einer Kapitalerhöhung im Januar halte Tod’s die Dividende bei 2 Euro je Anteilsschein konstant, sagte Della Valle. Die Dividendenzahlung entspricht einer Ausschüttungsquote von rund 71%.
15.03.2016Redakteur: Tobias Bayer

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